Dieselreiter hat geschrieben: Di 7. Okt 2025, 07:45
Nackt und kahl? Das denkt man sich, wenn man nach Rab übersetzt. Da sieht man nur die Nordseite, dort ist alles karg und leer, da gibt es auch keinen Tourismus. Die andere Seite ist grün und blüht vor Leben. Die Fels- und Kiesstrände sind genau das, was wir suchen, da gibt es klares Wasser und man kann schnorcheln. Wer Sandstrände sucht, der muss nach Italien fahren - da kannst du aber die Taucherbrille zuhause lassen.
Das gleiche gilt für Pag. Von der Küstenseite karg, zur Meerseite hin grün.
Natürlich hat die Küste überall Fels und kein Sand, das weiß der Kroatienfahrer und liebt das wegen des Wassersports. Kaum irgendwo ist das Wasser so blau und klar.
Nochmal zu den Preisen, wir waren über Ostern unten und fahren jetzt in den Herbstferien.
Die Supermärkte sind unverschämt geworden, Abhilfe schaffen die Discounter, auch wenn das Preisniveau über D liegt. Obst/Gemüse/Öl/Wein kauft man auf den zahlreichen Märkten und Ständen.
Mit den Restaurants ist das so eine Sache. An den Promenaden geht man nicht essen, auch nicht in anderen Ländern.
Überall da, wo einheimische Autos davor stehen, kann man problemlos rein. Dort ist das Preisniveau unter D.
Fisch und Meeresfrüchte sind überall teurer. Da ist auch Kroatien keine Ausnahme.
Dafür gibt es italienisch angehauchte Küche (Pizza/Pasta) und die legendären Sachen vom Grill in allen Variationen oder eine Peka auf Vorbestellung. Nicht umsonst etablieren sich zwischenzeitlich eine Menge Sternelokale (zu entsprechenden Preisen).
SPs gibt es leider kaum, nur CPs. Die sind ist der Hauptsaison oft unbezahlbar. Grund: Die großen Ketten (Valamar/Riviera) wollen Kasse machen für die Eigner, sind allerdings auch von der Ausstattung her im europäischen Spitzenfeld.
Abhilfe schafft die ACSI-Card, die gilt oft bis Anfang Juli und ab Ende August wieder. Alternativ fährt man kleinere, privat geführte Plätze an, eher einfach ausgestattet, aber bezahlbar. Juli und August muss man meiden, weil zu der Zeit halb Osteuropa, Italiener und Franzosen das Land überfallen.
Für aktive Menschen, die Sightseeer und Wanderer gibt es überall zehllose Möglichkeiten. Kirchen, Berge, Wanderrouten, Nationalparks, Lost Places. Von jedem Ort fahren Boote/Schiffe auf Delfintour oder eine Location/Insel an. Kroatien hat über 1.100 Inseln, über 50 bewohnt. Das gibt es in Europa kein zweites Mal.
Zadar, Split und Dubrovnik muss man nicht erwähnen, aber auch ein Abstecher nach Rijeka lohnt sich auf der Durchfahrt, eine alte KuK-Stadt mit erstaunlicher Architektur und einer riesigen Markthalle. Pula an der Südspitze von Istrien hat die ebenfalls und dazu ein über 2000 Jahre altes Amphitheater und eine riesige Festung mit einer bekannten Auffangstation für Meeresschildkröten. Auf Schritt und Tritt begenet man dem römischen Reich
Nun muss man allerdings sagen, Istrien ist nicht das typische Kroatien. Das fängt ab Zadar südlich an und natürlich auf den Inseln.
Nach Istrien sind es wenige Stunden aus Süddeutschland oder Nordösterreich. Viel Rummel und teuer. Aber man kann eine der zahlreichen Genossenschaften oder Bauern besuchen und Wein (sehr trocken), prämierte Olivenöle (die besten der Welt kommen angeblich aus Kroatien) oder den weltbekannten Käse kaufen. Dabei nicht Motovun vergessen mit den Trüffelspezialitäten von Zigante.
Wenn man weiß, wo, ist Kroatien nach wie vor eine Perle an der Adria mit wirklich vielfältigen Möglichkeiten zu vernünftigen Preisen, billig ist allerdings vorbei.
Man muss sich mit dem Land beschäftigen, das ist aber mit anderen Ländern auch so. Sonst hockst du in Rimini/Antibes/Alicante am Sandstrand und denkst, das wars.