Hobby-Psychologie

Ihr nutzt das Wohnmobil um eurem Hobby nachzugehen? Erzählt uns davon.

Welcher Womo-Typ bist Du eigentlich? Oder: Watt biss Du denn fürn Camper?

Camping-Checker
3
8%
Ghost-Camper
3
8%
Beziehungscamper
9
24%
Survival-Camper
5
13%
DIY-Camper
6
16%
Neu-Camper
1
3%
BlackFriday-Camper
2
5%
Luxus-Camper
4
11%
Speedcamper
1
3%
Dauercamper
4
11%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 38

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OnTheRoadAgain
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Re: Hobby-Psychologie

#41

Beitrag von OnTheRoadAgain »

Ich vermisse unseren TYP, nennen wir ihn den:

Hobby-Camper
Wohnmobil zu 80%+ für die Ausübung seines Hobbys gekauft.
Möglichst viel unterwegs an diversen Plätzen in diversen Länder um dem Hobby nach zu gehen.
Autark, weil oft keine Camping ähnliche Infrastruktur in der Nähe.
Nicht die sozialsten Camper und suchen auf Park4Night gerne abgelegene, kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten die nur taktisch gut auf dem Weg liegen sollen.
Tauchen dort Abends spät auf und sind Morgens wieder früh auf der Piste nach einer Dusche und Frühstück.
Blühen ein paar mal pro Jahr auf wenn sie dann ihr Wohnmobil tatsächlich für den Urlaub nutzen und verwandeln sich dann auch in Teil-Soziale Camper. Die man dann auch mal auf großen kostenpflichtigen Wohnmobil Parkplätzen oder ab und zu sogar auf Campings vorfinden kann.
Laika Kosmo Compact V9 von 2023 aufgelastet auf 4150kg.
Basisfahrzeug: Ducato 8 140PS mit Automatik Getriebe
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Steppenwolf
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Re: Hobby-Psychologie

#42

Beitrag von Steppenwolf »

Um mein Hobby hier mal fortzusetzen, frage ich mich und auch euch diesmal: "Diese Van-Lifer - was sind das eigentlich für Typen? Warum machen die das? Ich meine, mit dem Womo quer durch Europa oder Amerika, meinetwegen auch durch Asien, gut und schön. Aber warum darüber berichten auf diese Art und Weise? Ist es heutzutage so einfacher, wahrgenommen zu werden? Also Leute zu finden, die sich für meine Reise und vielleicht auch für mich interessieren? Warum will ich das überhaupt mit Unbekannten teilen? Früher hätte man ein Buch drüber geschrieben oder einen Film gemacht, was schon deutlich aufwendiger ist. Die meisten dokumentieren ihre Reisen wohl einfach durch Fotos und hängen sich die Besten an die Wand. Teilen sie mit Familie und Freunden.

Gibt es schon Statistiken, wie lange so ein VanLife im Schnitt dauert? Oder wer von denen wirklich glücklich dabei ist? Ich meine, dass sind oft Paare - also Männlein und Weiblein auf engem Raum und jeden Tag zusammen. Kann man so zufrieden leben? Sind das nicht fahrende (Online-)Händler? Das fahrende Volk der Neuzeit sozusagen? Muss man aber nicht dem Konsum entsagen, um wirklich frei zu sein? Ist es nicht sinnvoll, etwas für die Gemeinschaft, in der man lebt, zu tun, anstatt nur von ihr oder ohne sie zu leben? Manche Vanlifer kommen mir so vor, als würden sie ausserhalb unserer Gesellschaft stehen und unsere Welt nur noch aus ihrer Perspektive betrachten. Das sind so Fragen, die mich umtreiben, wenn ich über diese Typen nachdenke und wenn ich ab und an in ihre Welt eintauche und ihre Videos anschaue. Ein ganz untypisch werbendes Video von Mr. Togi hat mich heute dazu veranlasst, dieses Thema aufzugreifen und auch euch hier im Forum einzubinden. Bin gespannt auf eure Gedanken und Meinungen. Und nicht vergessen: Humor ON! ;-)

Hier zum Einstieg der Link zu Mr. Togis Video und mein Kommentar dazu:

Ein untypischer VanLifer

Hallo ersmal lieber Togi. Ja, ich habe geklickt, weil Du Dich getraut hast dieses Drama anzusprechen. Auch ich verfolge die Wege, Sorgen und Nöte einiger "WÄÄNLEIFER" im Netz, auch wenn mich ihre verzweifelten Schreie nach Aufmerksamkeit inzwischen kalt lassen. Ich will nur wissen, wo sie sich gerade rumtreiben und ob ich da auch mal hin will oder besser nicht. Ich weiß nicht, warum sie das tun. Vielleicht, weil ihre Beiträge dann durch irgendeinen KlickZählRhytmus von Google ganz nach oben gespült werden? Oder weil es alle ihre Artgenossen ebenso tun? Damit wir User ihren Hilferuf identifizieren können? Achtung liebe Leute! Wir sind die, die schon seit 2 Jahren zum fahrenden Volk gehören und unserer Heimat entsagt haben. Wir brauchen dringend Geld, um den nächsten Winter zu überleben, um euch dann wieder im neuen Jahr mit unseren tollen Drohnenfilmen und 360-Grad-Kameraaufnahmen die Langeweile eures tristen Büroalltags zu vertreiben. Schaut uns!!! Wir sind die Besten, die Schönsten, die Spannendsten!!! In aller Regel sind ihre Inhalte aber dann eher banal und das versprochene Drama verpufft wie ein Mäusefurz. Beispiel: "Wir haben Norwegen vorzeitig verlassen, weil wir uns dort nicht Willkommen FÜHLTEN! Ach ja? Vielleicht lag es ja nur am Dauerregen, dass die Norweger diesmal nicht, wie sonst üblich, beim Anblick eines Kastenwagens aus ihren Häusern strömen, um fremdes Gesindel aus südlichen Gestaden mit Gastgeschenken zu empfangen und ihnen einen kostenfreien Platz für ihr außergewöhnliches mobiles Heim anzubieten? Überhaupt, könnten die Überschriften, mit denen sie um unsereins werben, durchaus verlockender formuliert sein. Zum Beispiel: "Die letzten 7 Freistehplätze an Frankreichs Südküste - wir zeigen sie Dir!" Sowas würde mich ansprechen. Natürlich käme am Ende des Beitrags heraus, dass diese 7 Plätze zuletzt vor 40 Jahren kostenfrei waren, aber sich ihren Charme vergangener Zeiten bewahrt haben. Nun gut.

Togi, Du hast ein solides und informatives Video gemacht. Die Therme und den CP an der Ostsee hab ich gleich mal für künftige Reisen abgespeichert. Auch wenn ich kein Follower bin, weil ich diesen Begriff blöd finde - Ich wäre vielleicht Jesus gefolgt, wenn ich damals gelebt hätte, aber sicher folge ich nicht dem, was ihm folgte - so verfolge ich doch gern ab und an Deine Wege. Mach weiter so. Bist ne coole Socke.
Liebe Grüße @ Dieter
seit dem 3.08.2023 unterwegs mit AC/DC (Frankia F-Line I 680 plus)
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AndiEh
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Re: Hobby-Psychologie

#43

Beitrag von AndiEh »

Steppenwolf hat geschrieben: Sa 18. Okt 2025, 13:45
Aber warum darüber berichten auf diese Art und Weise? Ist es heutzutage so einfacher, wahrgenommen zu werden?
Aus dem selben Grund, warum es früher interessante Dia Vorträge im Hinterzimmer der Gastwirtschaft gab. Aus dem gleichen Grund, warum es im Fernsehen Reportagen zu allen möglichen Themen gibt. Aus dem gleichen Grund, warum es noch früher Bücher mit Reiseberichten gab.

Es stößt offenbar auf das Interesse der Zuschauer.

Gruß
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AndiEh
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Re: Hobby-Psychologie

#44

Beitrag von AndiEh »

AndiEh hat geschrieben: Sa 18. Okt 2025, 13:58
Es stößt offenbar auf das Interesse der Zuschauer.

Und weil ich offenbar die Intention deiner Frage falsch verstanden habe:

Weil die Vanlifer, wie fast alle Menschen, Anerkennung genießen.

Und warum es immer mehr reißerrische Titel gibt? Weil dann auch Fremde eher auf das Video klicken und man somit mehr Zuschauer und Abonnenten generiert.

Gruß
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Elgeba
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Re: Hobby-Psychologie

#45

Beitrag von Elgeba »

Für mich sind die meisten dieser "Vanlifer" realitätsferne Spinner,die mit ihsem Verhalten unterwegs wie Freisteherei trotz Verboten und Entsorgung von Hinterlassenschaften in der Natur dafür sorgen, das unser Hobby und damit auch wir immer unbeliebter werden.Länder benutzen, ohne aber dafür bezahlen zu wollen oder können,wird als "Freiheit" hingestellt,dabei ist das einfach nur Schnorrerei, und wenn ich mir so manche dieser Vanlifefahrzeuge ansehe,kommt mir das K...
Ich verstehe die Reedereien,die das Camping an Bord nicht mehr anbieten,das war ein unkalkulierbares Risiko, weil sich viele dieser "Vanlifer" auch an Bord von Schiffen nicht an die Vorschriften halten und in den Autos kochen,die Verpflegung an Bord kostet ja Geld.Um sich ihre Reisen zu finanzieren,werden dann Videos ins Netz gestellt,um sich Einnahmen zu generieren,diese Videos sind meist ohne wirklichen Informationswert,obwohl die Titel etwas anderes suggerieren,ich nenne so was Betrug.
Warum gehen diese Typen nicht einer geregelten Arbeit nach und finanzieren sich damit ihre Reisen?Was ist mit ihrem späteren Rentenanspruch? Denken die nicht so weit,oder leben die in einer Scheinwelt?
Was mich am meisten ärgert ist, das wir Wohnmobilisten von vielen mit den Vanlifern über einen Kamm geschoren werden,und das verhalten gewisser "Schwarzer Schafe" unter uns trägt noch dazu bei.Wenn man dann in zunehmendem Maß Beschilderungen wie Camping Forbudt,No Overnight parking sieht,dann ist dies das Resultat aus den Auswüchsen,die ich eben angesprochen habe.
Mich interessiert das nicht sonderlich, ich fahre CP an,wo ich als zahlender Gast willkommen und nicht wie anderswo bestenfalls geduldet bin.

Gruß Arno
Und ist der Berg auch noch so steil,bisserl was geht alleweil.Bekennender Freisteh und Wackenverweigerer
Kumopen
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Re: Hobby-Psychologie

#46

Beitrag von Kumopen »

Warum inszenieren sich viele (?) Vanlifer im Netz, so hab ich deine Frage verstanden, Dieter.
Meiner Meinung nach wollen sie über ihre Videos letztendlich etwas Einkommen generieren, das wenigstens ihr Vanlife teilweise finanziert.
Außerdem steigert die Aufmerksamkeit, die sie erfahren, ihr Selbstwertgefühl und sie können ihre Reisen rechtfertigen, da sie das ja dann auch ein bisschen für uns machen.
Und die Internetplattformen bieten halt auch eine andere Reichweite als weiland der Diaprojektor.
Gruß
Jürgen

unterwegs im Challenger X 150
Wernher
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Re: Hobby-Psychologie

#47

Beitrag von Wernher »

Ich passe nirgendwo rein. Vielleicht in eine Kombination mehrerer Typen, aber da müssten deren nicht zutreffenden Eigenschaften wegfallen.
Pössl Roadcruiser XL - Auflastung auf 4.250 kg
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Masure49
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Re: Hobby-Psychologie

#48

Beitrag von Masure49 »

Steppenwolf hat geschrieben: Sa 18. Okt 2025, 13:45
Um mein Hobby hier mal fortzusetzen, frage ich mich und auch euch diesmal: "Diese Van-Lifer - was sind das eigentlich für Typen? Warum machen die das? Ich meine, mit dem Womo quer durch Europa oder Amerika, meinetwegen auch durch Asien, gut und schön. Aber warum darüber berichten auf diese Art und Weise? Ist es heutzutage so einfacher, wahrgenommen zu werden? Also Leute zu finden, die sich für meine Reise und vielleicht auch für mich interessieren? Warum will ich das überhaupt mit Unbekannten teilen? Früher hätte man ein Buch drüber geschrieben oder einen Film gemacht, was schon deutlich aufwendiger ist. Die meisten dokumentieren ihre Reisen wohl einfach durch Fotos und hängen sich die Besten an die Wand. Teilen sie mit Familie und Freunden.

Gibt es schon Statistiken, wie lange so ein VanLife im Schnitt dauert? Oder wer von denen wirklich glücklich dabei ist? Ich meine, dass sind oft Paare - also Männlein und Weiblein auf engem Raum und jeden Tag zusammen. Kann man so zufrieden leben? Sind das nicht fahrende (Online-)Händler? Das fahrende Volk der Neuzeit sozusagen? Muss man aber nicht dem Konsum entsagen, um wirklich frei zu sein? Ist es nicht sinnvoll, etwas für die Gemeinschaft, in der man lebt, zu tun, anstatt nur von ihr oder ohne sie zu leben? Manche Vanlifer kommen mir so vor, als würden sie ausserhalb unserer Gesellschaft stehen und unsere Welt nur noch aus ihrer Perspektive betrachten. Das sind so Fragen, die mich umtreiben, wenn ich über diese Typen nachdenke und wenn ich ab und an in ihre Welt eintauche und ihre Videos anschaue. Ein ganz untypisch werbendes Video von Mr. Togi hat mich heute dazu veranlasst, dieses Thema aufzugreifen und auch euch hier im Forum einzubinden. Bin gespannt auf eure Gedanken und Meinungen. Und nicht vergessen: Humor ON! ;-)

Hier zum Einstieg der Link zu Mr. Togis Video und mein Kommentar dazu:

Ein untypischer VanLifer

Hallo ersmal lieber Togi. Ja, ich habe geklickt, weil Du Dich getraut hast dieses Drama anzusprechen. Auch ich verfolge die Wege, Sorgen und Nöte einiger "WÄÄNLEIFER" im Netz, auch wenn mich ihre verzweifelten Schreie nach Aufmerksamkeit inzwischen kalt lassen. Ich will nur wissen, wo sie sich gerade rumtreiben und ob ich da auch mal hin will oder besser nicht. Ich weiß nicht, warum sie das tun. Vielleicht, weil ihre Beiträge dann durch irgendeinen KlickZählRhytmus von Google ganz nach oben gespült werden? Oder weil es alle ihre Artgenossen ebenso tun? Damit wir User ihren Hilferuf identifizieren können? Achtung liebe Leute! Wir sind die, die schon seit 2 Jahren zum fahrenden Volk gehören und unserer Heimat entsagt haben. Wir brauchen dringend Geld, um den nächsten Winter zu überleben, um euch dann wieder im neuen Jahr mit unseren tollen Drohnenfilmen und 360-Grad-Kameraaufnahmen die Langeweile eures tristen Büroalltags zu vertreiben. Schaut uns!!! Wir sind die Besten, die Schönsten, die Spannendsten!!! In aller Regel sind ihre Inhalte aber dann eher banal und das versprochene Drama verpufft wie ein Mäusefurz. Beispiel: "Wir haben Norwegen vorzeitig verlassen, weil wir uns dort nicht Willkommen FÜHLTEN! Ach ja? Vielleicht lag es ja nur am Dauerregen, dass die Norweger diesmal nicht, wie sonst üblich, beim Anblick eines Kastenwagens aus ihren Häusern strömen, um fremdes Gesindel aus südlichen Gestaden mit Gastgeschenken zu empfangen und ihnen einen kostenfreien Platz für ihr außergewöhnliches mobiles Heim anzubieten? Überhaupt, könnten die Überschriften, mit denen sie um unsereins werben, durchaus verlockender formuliert sein. Zum Beispiel: "Die letzten 7 Freistehplätze an Frankreichs Südküste - wir zeigen sie Dir!" Sowas würde mich ansprechen. Natürlich käme am Ende des Beitrags heraus, dass diese 7 Plätze zuletzt vor 40 Jahren kostenfrei waren, aber sich ihren Charme vergangener Zeiten bewahrt haben. Nun gut.

Togi, Du hast ein solides und informatives Video gemacht. Die Therme und den CP an der Ostsee hab ich gleich mal für künftige Reisen abgespeichert. Auch wenn ich kein Follower bin, weil ich diesen Begriff blöd finde - Ich wäre vielleicht Jesus gefolgt, wenn ich damals gelebt hätte, aber sicher folge ich nicht dem, was ihm folgte - so verfolge ich doch gern ab und an Deine Wege. Mach weiter so. Bist ne coole Socke.
Ist das wieder Satire oder eine ernst gemeinte Frage/Charakterisierung ?
Mir ist es sowas von total egal, wer sich warum mit welchen Fahrzeugen wo herum treibt. Der dabei versucht, andere Menschen durch seine Erzählungen dazu zu bringen, Produkte zu kaufen, durch deren Verkauf er hofft, Geld zu verdienen. Sich dabei ein schönes Leben macht und über die dummen "Malocher" lacht, die tagtäglich ihrer Arbeit nachgehen, um ihre Familie zu ernähren.
Dabei blenden viele von diesen "Fanlivern" vermutlich vollkommen aus, von was sie im Alter leben sollen/wollen, denn dass sie fleissig in irgendeine Rentenkasse einzahlen, wage ich zu bezweifeln.
Nimm Dir Zeit für Deine Freunde,
sonst nimmt die Zeit Dir Deine Freunde.

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Steppenwolf
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Re: Hobby-Psychologie

#49

Beitrag von Steppenwolf »

Masure49 hat geschrieben: Sa 18. Okt 2025, 22:00
Ist das wieder Satire oder eine ernst gemeinte Frage/Charakterisierung ?
Sowohl als auch, lieber Peter. Ich mag halt "Sträter" sehr gern und seine Art und Weise, Alltagssituationen zu beschreiben bzw. humorvoll überspitzt darzustellen. Streng genommen ist das aber noch keine Satire. Jedenfalls habe ich zumindest in meinem Kommentar zu Mr. Togi versucht, diesen Stil auf meine Weise nachzuahmen. Du sprichst von "Erzählungen". Dafür hätte ich ein offenes Ohr. Ich habe schon viel Zeit investiert, mir Videos von VanLifern anzusehen und folge einigen, die ich ganz interessant finde. Die meisten von ihnen erzählen aber nichts, sondern lassen ihr smartphone einfach mitlaufen. Da mir die Rolle als stiller Beobachter aber nicht gefällt, schalte ich dann schnell ab. Ich verstehe auch nicht, warum die VanLifer sich meist selbst in Aktion filmen oder in die Kamera sprechen. Ich als Zuschauer möchte doch Infos zur Stadt oder zur Landschaft und diese auch sehen. Stellt euch mal vor, ihr seht eine Reisedoku und der Sprecher oder Kameramann sind ständig im Bild. Es gibt einen "Felipe Cruz" bei YT, der macht das nicht und erstellt für den Zuschauer angenehme Reisedokumentationen, die dann wieder sehr professionell anmuten. Dagegen sind viele andere VanLifer aus meiner Sicht Amateure, die mehr sich selbst vermarkten, als ihre Reisen. In Zeiten des Reality-TVs mag das halt für viele persönlicher rüberkommen.

Aber kommen wir zu dem von euch angesprochenen Problempunkt, dass VanLifer unseren guten Ruf (Hatten wir den jemals?) versauen. Ich denke, die Dreckspatzen unter uns hat es schon immer gegeben. Zumindest die VanLifer, die sich online darstellen und diese Probleme dort auch offen ansprechen, ( siehe z.B. https://www.youtube.com/watch?v=nszHFs3N-dg&t=21s ) tun das nicht und sind eher Musterknaben in Sachen Rücksichtnahme. Aber sie ziehen halt sehr viele Nachahmer an, die schon mit sich selbst überfordert sind, geschweige denn mit einem Reisemobil. Für mich auch ein Grund, nicht gleich grundsätzlich nur noch CP anzufahren, aber offizielle SP tun es auch, zumal auf Tour. Also die VanLifer mit Followern im Netz tragen eher dazu bei, dass es besser werden könnte mit dem Verhalten einiger Mobilisten. Aber vielleicht schauen genau die eben keine YT-Videos. Es bleiben für mich aber weiterhin einige Fragen offen, die ihr nur mal so angerissen habt.

Warum machen die das? Warum versauen die sich ihre vielleicht schönsten Jahre im Leben, indem sie sie mit Unbekannten teilen und dabei Herzchen und Zustimmung, aber sicher auch blöde und dumme Kommentare ernten, über die sie sich ärgern - ob sie wollen oder nicht?

Wie lange machen die das? Einige legen auf ihren Reisen ein solches Tempo vor, dass sie in zwei, aber spätestens in drei Jahren Europa und Nordafrika bereist haben. Was kommt dann? Vielleicht auch mal das Landesinnere bereisen? Komischerweise wird das meistens weggelassen - man sieht immer nur Küste. Ich denke, nach 2-3 Jahren ist die Luft raus und dann folgen die Follower neuen frischen Gesichtern. Ich werde es weiter beobachten.

Wie finanzieren die das? Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass man sich ohne Geld auf der hohen Kante in ein solches Abenteuer stürzt. Einige VanLifer machen ja dann auch keinen Hehl daraus, dass sie genug Geld haben. Andere leben da schon eher spartanisch und verweisen gerne mal auf ihre Affilate Links.

Was kommt nach dem VanLife? Ich bin davon überzeugt, dass dies für die meisten eine Episode in ihrem Leben von maximal 5 Jahren darstellt. Ich hoffe, sie haben sich Gedanken über das DANACH gemacht. Sicher bin ich mir aber nicht. Betrachte ich allerdings unsere aktuelle Welt, frage ich mich was ich heute tun würde, wenn ich nochmal 20 wäre. Wenn schon Unternehmer und Politiker nur noch maximal für 5 Jahre planen, warum sollte ich dann ein längeres Planungsziel wählen? Rente? Sozialversicherungen? Der Sozialstaat ist eine Utopie - unabhängig davon ob Demokraten, Despoten oder Kommunisten an der Macht sind. Also warum nicht einfach in die Welt hinausfahren und leben - solange es nocht geht! ;-)
Liebe Grüße @ Dieter
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Masure49
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Re: Hobby-Psychologie

#50

Beitrag von Masure49 »

*2THUMBS UP* Danke Dieter für Deinen informativen Beitrag, das meine ich ehrlich und ja, ich sehe es ähnlich wie Du, wenn auch nicht alles.
Allerdings mache ich mir darüber überhaupt keine Gedanken, wie andere Menschen ihr Leben gestalten, egal ob Politiker, Vanliver oder Unternehmer, ausser sie leben früher oder später auf Kosten anderer, z.B. wenn sie vor lauter reisen "vergessen" an ihre Zukunft zu denken und am Ende aus allen Wolken fallen, wenn sie ihren Rentenbescheid bekommen, der ihnen eine mittlere dreistellige Rente ankündigt. Dann wird auf den unsozialen Staat geschimpft und auf die Babyboomer, die auskömmliche Renten kassieren, weil sie mehr als 45 Jahre fleissig gearbeitet, in die Rente eingezahlt und nebenbei noch in eine LV usw. eingezahlt haben, so wie meine Frau und ich es gehalten haben.
Ich würde vieles genauso nochmal machen, wenn auch nicht alles.
Beruflich habe ich viel Glück gehabt, weil ich mehrmals zur rechten Zeit am rechten Ort war, mit meiner jetzigen zweiten Frau habe ich schon vor über 40 Jahren das grosse Los gezogen und meine Gesundheit ist meinem Alter gemäss wieder sehr gut.
Mann braucht nicht viel zum Leben, es reicht, immer einen Euro mehr zu haben als man ausgeben kann.
Was will ich mehr ?
Nimm Dir Zeit für Deine Freunde,
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Luppo
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Re: Hobby-Psychologie

#51

Beitrag von Luppo »

Ich kann da leider nichts beitragen, gebe aber trotzdem meinen Senf dazu.
Die Motivationen für das Nomadenleben sind sicher vielfältig. Letztendlich sind es aber doch nur ein paar Tausend, Promille-Anteile der Camper.
Angefangen von den Expeditionsfahrern, die wirklich die Welt erkunden wollen und sich vermutlich jahrelang, auch finanziell, vorbereitet haben.
Dann haben wahrscheinlich ein paar aus Coronazeiten noch nicht nach Hause gefunden und vegetieren auf europäischen Parkplätzen im Kawa dahin.
Die meisten werden sich einfach eine begrenzte Auszeit gönnen. Fahrzeug monatelang ausgebaut, Kohle auf Seite gebracht und dann ein Sabbatical eingelegt.
Vermutlich gibt es auch welche, die auf den Vanlife-Zug aufspringen, weil sie sich in ihrer bisherigen Nutzlosigkeit sowieso langweilen.
Kohle?
Gute Frage, wenn ich so manches Pärchen auf YT sehe, die brauchen nicht viel mehr Geld wie ich in der Woche im Supermarkt ausgebe.
Der Rest hält sich als "Influenza" über Wasser, jeden Tag ein Filmchen auf FB, YT, Insta, Tiktok. Wenn die mal 20-30k Follower erreicht haben, reichen die Einkünfte sicher für Sprit, Maut und ein warmes Essen am Tag. Wenn die erste Marketinganfrage kommt, geht es in richtig Geld verdienen.
Es gibt sicher auch welche, die einem seriösen Job online nachgehen und damit auch vernünftig Geld verdienen. Gerade die IT-Nerds darf man da nicht unterschätzen.
Aufwändig wird es dann bei den Schicki-Micki-Linern. Nicht nur die Anschaffung und der Unterhalt des Fahrzeugs, auch die Ansprüche von Captain Silberlocke und seiner Truckerbraut Erna sind gehoben.
Da wurde entweder die heimische Villa gegen eine kleine Mietwohnung vertickert oder es ist tatsächlich Vermögen und/oder laufendes Einkommen vorhanden.
Jeden Abend schick essen gehen, die Museen und Ausstellungen der Welt besuchen, zum F1 nach Monaco, da muss das Konto gefüllt sein.
Egal, meins wäre es nicht. Ginge auch nicht, da ich meinen Job liebe und vermutlich auch über die Rentengrenze hinaus ausführen werde. Mit der Aktivrente wird man ja geradezu gedrängt :-)
Ich glaube, es geht auf Dauer nichts über ein stabiles soziales und wirtschaftliches Umfeld in der Heimat. Die kann man dann gerne für eine Tour verlassen, auch länger als 2-3 Wochen, aber das schönste ist doch das zurückkommen.
Grüße
Michael
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Re: Hobby-Psychologie

#52

Beitrag von Masure49 »

Luppo hat geschrieben: So 19. Okt 2025, 14:30
Ich kann da leider nichts beitragen, gebe aber trotzdem meinen Senf dazu.
Die Motivationen für das Nomadenleben sind sicher vielfältig. Letztendlich sind es aber doch nur ein paar Tausend, Promille-Anteile der Camper.
Angefangen von den Expeditionsfahrern, die wirklich die Welt erkunden wollen und sich vermutlich jahrelang, auch finanziell, vorbereitet haben.
Dann haben wahrscheinlich ein paar aus Coronazeiten noch nicht nach Hause gefunden und vegetieren auf europäischen Parkplätzen im Kawa dahin.
Die meisten werden sich einfach eine begrenzte Auszeit gönnen. Fahrzeug monatelang ausgebaut, Kohle auf Seite gebracht und dann ein Sabbatical eingelegt.
Vermutlich gibt es auch welche, die auf den Vanlife-Zug aufspringen, weil sie sich in ihrer bisherigen Nutzlosigkeit sowieso langweilen.
Kohle?
Gute Frage, wenn ich so manches Pärchen auf YT sehe, die brauchen nicht viel mehr Geld wie ich in der Woche im Supermarkt ausgebe.
Der Rest hält sich als "Influenza" über Wasser, jeden Tag ein Filmchen auf FB, YT, Insta, Tiktok. Wenn die mal 20-30k Follower erreicht haben, reichen die Einkünfte sicher für Sprit, Maut und ein warmes Essen am Tag. Wenn die erste Marketinganfrage kommt, geht es in richtig Geld verdienen.
Es gibt sicher auch welche, die einem seriösen Job online nachgehen und damit auch vernünftig Geld verdienen. Gerade die IT-Nerds darf man da nicht unterschätzen.
Aufwändig wird es dann bei den Schicki-Micki-Linern. Nicht nur die Anschaffung und der Unterhalt des Fahrzeugs, auch die Ansprüche von Captain Silberlocke und seiner Truckerbraut Erna sind gehoben.
Da wurde entweder die heimische Villa gegen eine kleine Mietwohnung vertickert oder es ist tatsächlich Vermögen und/oder laufendes Einkommen vorhanden.
Jeden Abend schick essen gehen, die Museen und Ausstellungen der Welt besuchen, zum F1 nach Monaco, da muss das Konto gefüllt sein.
Egal, meins wäre es nicht. Ginge auch nicht, da ich meinen Job liebe und vermutlich auch über die Rentengrenze hinaus ausführen werde. Mit der Aktivrente wird man ja geradezu gedrängt :-)
Ich glaube, es geht auf Dauer nichts über einen stabiles soziales und wirtschaftliches Umfeld in der Heimat. Die kann man dann gerne für eine Tour verlassen, auch länger als 2-3 Wochen, aber das schönste ist doch das zurückkommen.
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Re: Hobby-Psychologie

#53

Beitrag von Steppenwolf »

Luppo hat geschrieben: So 19. Okt 2025, 14:30
Ich kann da leider nichts beitragen, gebe aber trotzdem meinen Senf dazu.
Den Text hättest Du weglassen können! Danke Dir Luppo. *THUMBS UP*
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Re: Hobby-Psychologie

#54

Beitrag von Elgeba »

Für mich ist mein Wohnmobil nur eine "Heimat auf Zeit", wobei sich diese Zeit auf maximal 3,äußersten Falls 4 Wochen erstreckt.Danach steuere ich wieder "heimatliche Gefilde" an und kehre zu meiner wirklichen Heimat zurück.Dort bringe ich erst mal die Außenanlage wieder in Schuß und genieße vor allem die Bequemlichkeit zu Hause.Ich habe dort mein soziales Umfeld und gehe meinen anderen Hobbys nach wie Schießen,Fischen,zudem habe ich noch einen Nebenjob als Teilzeitfahrer auf Linienbussen und ich wickle auf Honorarbasis Exportverzollungen und Dokumentenakkreditive für drei Firmen ab.Ich würde niemals alle Brücken hinter mir abbrechen und auf " Vanlife" oder "Leben im Wohnmobil" umsteigen,auch bin ich Realist genug daran zu denken,das ein gesundheitliches Problem zu Hause ganz anders zu handeln ist,als unterwegs in einem Wohnmobil oder Van.Was machen solche Leute eigentlich bei einer größeren Panne oder gar Unfall? Es ist eine alte militärische Weisheit,das man sich immer einen Rückzugsweg offen halten muss,das gilt hier genau so,hier habe ich meine Hausärztin und auch anderweitige Hilfe,unterwegs sicher nicht.Dies ist um so mehr zu berücksichtigen,da ich alleine unterwegs bin,seit ich meine Partnerin verloren habe,da kann es schnell eng werden.
Fazit: Für mich ist reisen mit dem Wohnmobil kein Lebensinhalt,sondern nur eines meiner Hobbys,zumal ich jederzeit die Möglichkeit habe,als Reisebusfahrer eine Tour zu übernehmen und eine andere Art des reisens zu betreiben,die ich mir auch noch bezahlen lasse.

Gruß Arno
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Wernher
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Re: Hobby-Psychologie

#55

Beitrag von Wernher »

Ich habe letztes Jahr ein schweizer Paar im mittleren Alter gesprochen, das mit selbst ausgebautem 6m-Kasten und großem Anhänger für den Hausrat unterwegs war. Im Sommer fahren die damit durch Europa und im Winter stellen sie das Gerassel zu Hause ab und fahren mit dem Range Rover zum Wintersport in die Alpen. Von was die leben habe ich nicht gefragt. Das ist aber unauffälliges, nicht Anerkennung heischendes Vanlife.
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Re: Hobby-Psychologie

#56

Beitrag von Elgeba »

Elgeba hat geschrieben: So 19. Okt 2025, 18:22
Für mich ist mein Wohnmobil nur eine "Heimat auf Zeit", wobei sich diese Zeit auf maximal 3,äußersten Falls 4 Wochen erstreckt.Danach steuere ich wieder "heimatliche Gefilde" an und kehre zu meiner wirklichen Heimat zurück.Dort bringe ich erst mal die Außenanlage wieder in Schuß und genieße vor allem die Bequemlichkeit zu Hause.Ich habe dort mein soziales Umfeld und gehe meinen anderen Hobbys nach wie Schießen,Fischen,zudem habe ich noch einen Nebenjob als Teilzeitfahrer auf Linienbussen und ich wickle auf Honorarbasis Exportverzollungen und Dokumentenakkreditive für drei Firmen ab.Ich würde niemals alle Brücken hinter mir abbrechen und auf " Vanlife" oder "Leben im Wohnmobil" umsteigen,auch bin ich Realist genug daran zu denken,das ein gesundheitliches Problem zu Hause ganz anders zu handeln ist,als unterwegs in einem Wohnmobil oder Van.Was machen solche Leute eigentlich bei einer größeren Panne oder gar Unfall? Es ist eine alte militärische Weisheit,das man sich immer einen Rückzugsweg offen halten muss,das gilt hier genau so,hier habe ich meine Hausärztin und auch anderweitige Hilfe,unterwegs sicher nicht.Dies ist um so mehr zu berücksichtigen,da ich alleine unterwegs bin,seit ich meine Partnerin verloren habe,da kann es schnell eng werden.
Fazit: Für mich ist reisen mit dem Wohnmobil kein Lebensinhalt,sondern nur eines meiner Hobbys,zumal ich jederzeit die Möglichkeit habe,als Reisebusfahrer eine Tour zu übernehmen und eine andere Art des reisens zu betreiben,die ich mir auch noch bezahlen lasse.

Gruß Arno
Ich könnte z.B. im Mai eine Tour "auf den Spuren der Rosamunde Pilcher" nach England übernehmen,ich denke ernsthaft darüber nach.

Gruß Arno
Und ist der Berg auch noch so steil,bisserl was geht alleweil.Bekennender Freisteh und Wackenverweigerer
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robbie-tobbie
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Re: Hobby-Psychologie

#57

Beitrag von robbie-tobbie »

Sehr interessante Ansichten zu dem Thema, ich danke allen Schreibern. Zum Einen, weil ich vielen uneingeschränkt zustimme, zum Anderen, weil mich andere zum Nachdenken gebracht haben. Und -last, but not least- weil die Beiträge hier gerade einen unheimlichen Unterhaltungsfaktor haben *2THUMBS UP*

Muss dazu sagen, ich gehöre zu "der" IT-Fraktion, sprich ich kann meinen Job mittlerweile von überall aus machen, Voraussetzung ist nur Internet-Empfang. Und das nutze ich auch. Nicht, dass mein zu Hause nicht schön wäre. Aber ich liebe die Abwechslung. Und verflucht noch eins, das hab ich mir in über 35 Jahren Berufsleben hart erarbeitet. Ist halt wirklich schön, nach einem anstrengenden Arbeitstag den Feierabend an einem Ort zu genießen, an dem andere Urlaub machen.

P.s. ich bin KEIN Vanlifer. Habe auch keinen Van, sondern ein stinknormales Wohnmobil ;-)
Viele Grüße, Robert
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Elgeba
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Re: Hobby-Psychologie

#58

Beitrag von Elgeba »

Volle Zustimmung, mache ich auch, wenn ich unterwegs bin,aber mit einem Glas Wein auf meiner Terrasse sitzen und den Eichhörnchen und sonstigen Bewohnern meines Grundstücks zuzusehen,macht auch Spaß.Ich fahre seit über 28 Jahren Wohnmobil, davor 12 Jahre VW Camper zwischen Eismeer und Sahara,die Faszination ist einfach nicht mehr da, man wird "ruhiger", fährt nur noch bei bestem Wetter (Wettervorhersage) und macht es sich sonst zu Hause gemütlich.

Gruß Arno
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Capricorn
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Re: Hobby-Psychologie

#59

Beitrag von Capricorn »

Ich frag mich immer mal wieder, ob ich nicht doch irgendwie krank bin....

Längere Zeit zu Hause bekomme ich Fieber - Reisefieber. Dann muss ich bald mal los - kaum bin ich dann -3- Tage unterwegs und hab mich zum erstmal über andere "Kranke" geärgert denk ich, wie schön es doch grad zu Hause wär.

Nur wenn ich genug Abwechslung habe kann ich irgendwie ruhig bleiben - zu lange an einem Ort - und sei er noch so schön - geht nicht.... und irgendwann kommt schon wieder das Fieber.... das Heimwehfieber.

Ist wie beim Windsurfen und Skifahren - Bei Wind MUSS ich raus, es gibt kein Halten - nach einer Stunde, wenn's mich nicht so wie gewünscht fordert (Windstärke und Welle) und ich weiss dass ich's noch kann, dann könnte ich auch wieder aufhören und mach nur weiter, weil's vielleicht Wochen dauert, bis wieder Wind kommt und ich ja eh was für meine Fitness tun will.

Beim Skifahren - wenn die Sonne über den Bergen erwacht, dann muss ich raus auf die Piste, wenn dann so um 10.30h rum die letzten Siebenschläfer, Hotelgäste und für einen Tag angereiste auch noch rumbrettern wie tatsächlich Kranke, dann hab ich keine Lust mehr.
Klug zu reden ist schon schwer, klug zu schweigen noch viel mehr......

herzliche Grüsse und euch allen allzeit gute Fahrt

Adrian

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AndiEh
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Re: Hobby-Psychologie

#60

Beitrag von AndiEh »

Capricorn hat geschrieben: Mo 20. Okt 2025, 13:53
Ich frag mich immer mal wieder, ob ich nicht doch irgendwie krank bin....
...
Nein. Was du feststellst, sind meiner Ansicht nach, die ersten Anzeichen für das nächstes Ende eines Lebensabschnittes und der Beginn eines neuen.
Hör einfach in dich rein, und überlege, ob du das, was du gerade erlebst nicht auch was positives ist.

Ich vertrete ja die These, dass wir viele solche Abbschnitte in unserem Leben durchlaufen.
0-3 Baby Abschnitt, 3-6 Kleinkind, 6-12 Kind, 12-20 Jugendlicher, 20-30 Heranwachsender,

Ab 30 hat man dann oft schon genug erlebt, dass sich eine Phase anschließt, in der man nicht mehr alles mitmachen will und muß, in der das erste Mal eine Konsolidierung stattfindet, man sich vorher überlegt "Will ich das", aber eben auch das erste mal merkt, was älter werden heißt.
Jeder kennt ja die Aussage: "Früher war ich Freitag, Samstag, Sonntag auf der Piste und war Montag wieder fit, jetzt mache ich Freitag einen drauf und brauche Samstag und Sonntag um wieder fit zu werden."
Jetzt ist man das erst mal gefordert, diese Veränderung zu akzeptieren und auch die positiven Seiten zu sehen.

mit irgendetwas über 40 merkt man dann die nächsten Auswirkungen des Alters. Merkt auch, dass man eben nicht mehr zu den 20jährigen gehört und stellt sich dann oft die Frage: Wars das, habe ich was verpasst, bin ich noch fit genug? Man hat aber noch die Muße eventuell verpasstes nachzuholen (so fit ist man noch), was dann oft als Midlife Crisis bezeichnet wird, kann aber auch einfach als Abschnitt gesehen werden, in der man entspannt, noch einmal die alten Tage aufleben läßt, Dinge tut, die man schon immer mal tun wollte, neue, vielleicht für andere verrückte Dinge, anfängt.

Mit 50 wird man dann wohl langsam ruhiger, muß nicht mehr jedem Kick hinterher sprinten, sucht sich seine Erlebnisse vielleicht bewußter aus und wenn man schlau ist, akzeptiert man, dass nicht die Menge der Erlebnisse entscheidend ist, sondern die Auswahl. Man akzeptiert und genießt, dass man nicht mehr so getrieben ist.

Mit 60 kommt man dann in die Phase, "Muß ich mir das eigentlich noch antun" Oftmals funktioniert man nur noch. Erfahrung ersetzt schiere Menge der geleisteten Stunden, man genießt die ruhigen Momente mehr, man sucht sich seine Herausforderungen noch gezielter raus.

Und dann, kommt irgendwann sicher die nächste Phase....Aber die soll bitte jemand anderes beschreiben.

Was aber bleibt, und was mein Fazit aus dem Geschriebenen ist: Das Leben besteht aus zyklischen Änderungen und die Kunst ist es, sie zu akzeptieren und die positiven Seiten aus den Veränderungen zu ziehen.

Gruß
Andi
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Unterwegs mit einem Knaus Sun Ti 700 MEG 2019 4t Jetzt reisen.....nicht später
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