Teil 1
Der 23.September 2024, ein Montag. Kurz bevor ich in der Firma starten musste, meine kranke Mutter zur Behandlung ins Klinikum zu fahren, kam der befürchtete Anruf meiner Frau.
Muffin ist nicht mehr. Es ging sehr schnell.
Die Zeit davor war schwierig geworden und erst im Nachhinein überlegt man, ob es nicht hätte früher enden sollen. Meine Frau wollte nun, nachdem sie Mickey, den Hund meiner Mutter und Muffin gehen lassen musste, keinen neuen Hund mehr.
Ich war von dem Tag an gelähmt, in Trance, habe mechanisch funktioniert. Hab das Wohnmobil gepackt und am 27.09 sind wir los Richtung Spanien. Außer zu meinem besten alten Freund hab ich alle Brücken abgebrochen. Kinder, Enkel, Bekannte, Firma, Freunde haben nichts mehr von mir persönlich gehört. Jeden Tag, wirklich jeden Tag hab ich mich irgendwo zurückgezogen und geweint. Bis heute ist das ganz schwierig für mich weil es so eine verdammte Affenliebe war. 17,5 Jahre.
Ich habe nur noch nach Hunden geguggelt. Auf einem Rastplatz in Frankreich lief uns ein Hund zu. Ich war kurz davor und auch meine Frau überlegte. Wir sind dann gefahren.
Die Platzkatze von Roquetes wurde eine gute Freundin auf Zeit. Auch einige andere Hunde auf Plätzen profitierten von meiner Trauer und den übrig gebliebenen Leckerli.
Im Frühjahr ging es nach Hause und es war kein angenehmer Sommer. Nur noch Aufgaben und Ansprüche an mich. Und ich sah nur noch Leere. Zog mich in der wenigen freien Zeit zurück und eines Tages sagte meine Frau das sie mir eine Anschaffung ja nicht verbieten könnte, ich aber völlig alleine mich zu kümmern hätte.
„Klick!“ Schau mal, das ist Gioele. 29cm, 6 Kg und 2,5 Jahre alt. Kommt aus Sardinien.
Seniorenfreundlich, Umgänglich mit Kindern. Extra im Filter so eingestellt. (Der Leser sollte das unbedingt im Gedächtnis halten).
Meine Holde zog die Augenbrauen hoch, aber so bin ich nunmal.
Der Kontakt mit dem Verein lief sehr gut. Telefonate, Gespräche und ein persönlicher Besuch der Vorsitzenden in unserer Wohnung. Da erfuhr ich, das Gioele noch auf Sardinien ist und auch kastriert werden muss. Ein Status dieses Vereins. Ich bekam Bilder und Videos. Die Gesundheitsberichte wurden mir gesendet. Etwa einen Monat später sollte er von Sardinien kommen.
Während der Zeit starb meine Mutter, was mich nochmal mit Wohnungsauflösung, Rückbau und Renovierung beschäftigte.
Am 6.07 kam der kleine Kerl gegen Mitternacht auf einem Park&Ride Parkplatz mit etwa 40 anderen Hunden und Katzen in einem klimatisierten Kofferlaster an. Während des Transports lief ein WhatsApp Faden mit, das wir immer informiert waren.
Meine Frau und die Vorsitzende des Vereins nahmen ihn auf den Arm und legten ihm ein Sicherheitsgeschirr an. Die Autofahrt fand er spannend und zuhause angekommen machte er erstmal alle Geschäfte, die ein Hund so machen muss. Er akzeptierte nach Erkundung der Wohnung seinen Schlafplatz und bis neun Uhr am nächsten Morgen ratzten wir alle.
Morgens begrüßte er uns überschwänglich, ging vorbildlich an der Leine und unsere Kinder und Enkel wurden neugierig gemustert. Ich spielte mit meinem Enkel ein wenig Videospiele und Gioele lag neugierig zwischen uns. Weil er natürlich etwas roch haben wir ihn dann gebadet, abgetrocknet. Er hat es sichtbar genossen.
Und dann kam der zweite Abend….
Ende Teil 1 ich pack das mal in mehrere Kapitel, vor allem weil das Drama noch lange nicht zu Ende ist.
Auch die Fotos kommen immer ein wenig zeitversetzt, weil ich mit dem Macbook schreibe und die Bilder auf dem iPhone habe. Die Synchronisation der iCloud hakt etwas mit mobilen Daten.
Liebe Grüße
Sven