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Werkstatterfahrung

Verfasst: Fr 19. Sep 2025, 13:17
von Claros
Hallo Forum,
wir waren vor kurzem in einer "Herstellerwerkstatt" um einen Wasserschaden reparieren zu lassen.
Leider haben wir es versäumt die Arbeiten zu kontrollieren. Zu Hause haben wir dann festgestellt, daß die Arbeiten nicht abgeschlossen wurden und ein neuer Schaden aufgetreten ist.
Die Reklamation wurde angenommen und es wurde uns zugesichert die Arbeiten innerhalb eines Arbeitstages zu vervollständigen, kostenlos (hab ich aber schon als Pauschale bezahlt!).
Der Haken dabei: Hin- und Rückfahrt sind 430 km, + 3 Tage Zeitaufwand von uns.
Hat schon jemand die gleiche Erfahrung gemacht? Gibt es da schon eine "Rechtliche Bewertung"?
Ich ärgere mich, wenn die Werkstatt > 100 €/Std. berechnet, aber meine Zeit kostenlos sein soll.
Wie sehr Ihr das?

Allzeit Gute Fahrt,
Walter

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Fr 19. Sep 2025, 13:28
von Heribert
Wenn es eine Nacharbeit auf Grund mangelnder Arbeit ist, dann die Kosten in Rechnung stellen.
Übrigens......wo gibt es noch Womo Werkstätten < 100 € brutto?

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Fr 19. Sep 2025, 13:45
von Kumopen
Mein Fahrzeug war im frühen Frühjahr zum Nachlackieren der Hutze in Warendorf bei Münster/Westfalen. Dort werden offenbar alle Marken des Trigano-Konzerns nachlackiert.

In der einen Woche habe ich den Wagen hingebracht und selber heim mit der DB, eine Woche später umgekehrt, hoch mit der DB, zurück mit dem Wagen.
Es wurden die Fahrkosten ersetzt. Für den Zeitaufwand gab es nichts. Der Womohändler wollte das Auto nicht verbringen. Wenn ich noch arbeiten täte, hätte mich der zeitliche Aufwand schon sehr gestört.

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Fr 19. Sep 2025, 15:30
von Kalle-OB
Kumopen hat geschrieben: Fr 19. Sep 2025, 13:45
Der Womohändler wollte das Auto nicht verbringen. Wenn ich noch arbeiten täte, hätte mich der zeitliche Aufwand schon sehr gestört.
Wenn das Fahrzeug noch in der Gewährleistung ist, würde der Händler das Fahrzeug dort hinbringen. Wenn dadurch mehr Kilometer auf dem Tacho stehen, bekomme ich dafür einen Ausgleich (Wertminderung)oder der Händler kann sich mit einem Anwalt auseinandersetzen. Bevor jetzt jemand meint das geht nicht... Ich habe das bei Phönix schon durchgezogen.

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Fr 19. Sep 2025, 17:28
von Elgeba
Welche Werkstatt, welche Marke?


Gruß Arno

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Fr 19. Sep 2025, 18:14
von Luppo
Gewährleistungsarbeiten sind am Ort der Ware auszuführen.
Wenn das nicht geht, muss der Händler die Ware holen oder Ausgleich fürs bringen erstatten.
Alternativ kann er natürlich auch einen Kollegen vor Ort beauftragen und den bezahlen.

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Fr 19. Sep 2025, 18:19
von KRM1000
Hi, wie ich das hier so lese heisst das sinngemäß :
Mit RA ist es nervenschonender?

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Fr 19. Sep 2025, 19:26
von Kalle-OB
KRM1000 hat geschrieben: Fr 19. Sep 2025, 18:19
Hi, wie ich das hier so lese heisst das sinngemäß :
Mit RA ist es nervenschonender?
Sagen wir mal so, ich würde dem Händler genau sagen, was passieren wird. Er hat dann die Wahl, ob wir es ganz normal oder auf die harte Tour mit Kosten für ihn abwickeln.

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Fr 19. Sep 2025, 19:40
von Wernher
Wer mit dem Anwalt winkt, sollte sich im klaren sein, dass das die Front verhärtet und man muss auch bereit sein das knallhart durchzuziehen.

Erst einmal den Händler mit den enormen Kosten und dem Zeitaufwand konfrontieren und sich was überlegen wie man das regulieren kann. Muss ja nicht unbedingt Geld bis auf die Nachkommestelle sein.

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Fr 19. Sep 2025, 23:15
von Elgeba
Bin mal gespannt, ob der TE sich noch mal äußert.


Gruß Arno

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Sa 20. Sep 2025, 14:48
von leitplatz
Hallo Claros,
ich kann deinen Unmut verstehen, am 31.01.2025 haben wir unser Wohnmobil beim Händler ca. 400Km abgeholt.
Das Fahrzeug war nicht fertig, es wurde noch 1 Stunde geputzt, und einige Dinge überprüft. Bei der Abholung haben wir dann erfahren, es wurde die Alarmanlage für Ducato 7/8 eingebaut, unser Fahrzeug ist ein Ducato Serie 2.
Also hat die Alarmanlage nicht richtig funktioniert. Deshalb musste ich nach ca. 3 Wochen nochmal die 400Km hin
und 400Km zurückfahren.
Nach fünf Stunden warten, hat die Alarmanlage immer noch nicht funktioniert.
Am nächsten Tag habe ich dann selber Hand angelegt. Es wurden folgende Fehler gefunden: Das Vernetzungsteil der
Alarmanlage war ohne Spannung, der Gasmelder war nicht im System integriert. Ein Gassensensor war falsch montiert.
Statt einer Entfernung von 5 m wurden beide Sensoren nebeneinander montiert.
Drei Tage später bekam ich auch noch eine Rechnung über 5 Stunden vergebene Arbeit.
Die Werkstatt und die Firma haben jegliche Kostenbeteiligung abgelehnt, da Sie zwei Versuche zur
Reparatur gesetzlich haben, erst dann gibts die Preisminderung. Wir hatten noch weitere Probleme,
das Bedienpanel war defekt, eine Sensorleuchte ging an und aus ohne Bedienung, die Satanlage
steht bei geöffnetem Dachfenster an. Zitat der Werkstatt beim Ausfahren der Satanlage müssen alle Fenster geschlossen bleiben.
Montageanleitung der Satanlage, vor Montage der Satanlage, muss der Wendekreis der Satanlage geprüft
werden das keine Aufbauten berührt oder beschädigt werden.

Gruß Franz

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Sa 20. Sep 2025, 19:53
von Halftimecamper
KRM1000 hat geschrieben: Fr 19. Sep 2025, 18:19
Hi, wie ich das hier so lese heisst das sinngemäß :
Mit RA ist es nervenschonender?
Blödsinn, rede lieber mal mit denen, Du hattest Mehraufwand wegen deren Fehler.
Reden hilft, kann ich aus Erfahrung sagen, wenn der Händler fair ist hat er was für Dich in der Tasche. Wenn er sich sturr stellt wende Dich an den Hersteller, der kann auch was bewirken.
Ein RA kostet Geld, Nerven, Zeit und das Ergebnis ist fraglich.
Du willst ja sicher auch wieder hin, denn ein Händlerwechsel wird sehr schwierig

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Sa 20. Sep 2025, 20:30
von Masure49
Meines Wissens ist der Wohnmobilhersteller niemals Ansprechpartner eines Wohnmobilkäufers, sondern immer nur der Händler/Verkäufer.
Er ist der Käufer vom Hersteller und der "Endverbraucher" der Käufer vom Händler.
Ausnahme sind die Individualhersteller, die direkt an ihre Kunden/Käufer verkaufen.
Durchgängig sagen alle Hersteller zu recht: Wenden sie sich an den Händler/Verkäufer, denn der hat auch den Einkaufsrabatt eingestrichen, der auch Garantiearbeiten einschliesst.
In wie weit der Hersteller dem Händler gegenüber Kulanz zeigt, steht in deren Geschäftsbedingungen.
Ich habe das Glück, einen Dethleffs gekauft zu haben. Dieser Hersteller hat eine grosse Servicewerkstatt in Isny im Werk und ist dankenswerterweise bereit und in der Lage, alle Reparaturarbeiten incl. Garantiearbeiten durchzuführen. Das Geld für die erbrachten Garantiearbeiten belastet er dem Händler/Verkäufer.
Für mich die perfekte Lösung, da der damalige Händler/Verkäufer weder in der Lage noch fähig war, die unzähligen Mängel und Defekte nach der Auslieferung zu beheben.
Ein RA war somit nie erforderlich.

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Sa 20. Sep 2025, 20:56
von Luppo
Fast richtig.
Der Händler ist bei Gewährleistungsmängeln Erfüllungsgehilfe der Herstellers.
Führt der Händler selbst Arbeiten durch, bekommt er das erstattet.

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Sa 20. Sep 2025, 21:18
von Wernher
Der Hersteller ist sicher an zuverlässigen Fachhändlern interessiert. Da kann es schon sein, dass er Einfluss auf einen schlampigen und pampigen Händler nimmt. Versuchen kann man es.

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Mi 24. Sep 2025, 16:14
von Claros
Danke für Eure Beiträge!

Eine Nachbesserung wurde sofort zugesagt - daß war kein Problem.
Ich ärgere mich nur, daß man als Kunde "monetär" Nichts wert ist. Es ist eine asymetrische Beziehung.
Da sollten die Verbraucherrechte nachgeschärft werden. Das würde vielleicht auch die Arbeitsqualität verbessern.

Gruß
Walter

Re: Werkstatterfahrung

Verfasst: Mi 24. Sep 2025, 17:14
von Sprinterteufel
Claros hat geschrieben: Mi 24. Sep 2025, 16:14
Danke für Eure Beiträge!

Eine Nachbesserung wurde sofort zugesagt - daß war kein Problem.
Ich ärgere mich nur, daß man als Kunde "monetär" Nichts wert ist. Es ist eine asymetrische Beziehung.
Da sollten die Verbraucherrechte nachgeschärft werden. Das würde vielleicht auch die Arbeitsqualität verbessern.

Gruß
Walter
Nachtigall ich hör Dich trapsen... Ein Blick hinter die Kulissen ist wichtig und bringt manch seltsames zu Tage :duw:

Beispiel:
Ein Händler mit gutem Bezug zum Hersteller durfte plötzlich ohne Voranfrage bzw. Genehmigung durch den Hersteller keine Gewährleistungsarbeiten mehr durchführen respektive abrechnen. Kurze Zeit später war der gute Werkstattleiter nicht mehr für das Unternehmen tätig. Bei Anfragen bekamen wir dann plötzlich Wartezeiten von 6 Monaten genannt.

Wer selbst im Außendienst war kennt sicher die sogenannte Jahresgespräche. Da werden dann die liegen gebliebenen Fälle zwischem dem Händler und Hersteller besprochen, abgerechnet bzw. gutgeschrieben. Man eröffnet dem verärgerten Händler hier und da ein paar Pünktchen übernimmt Rechnungen und gut ist. Hauptsache die Geschäftsführung des Händlers fühlt sich danach als Gewinner. Wer bei solchen Systemen verliert ist sprichwörtlich der End- sprich kaufende Kunde. Es geht um Geld... viel Geld.