Ich möchte mal, an einem einfachen Beispiel erklären, was ICH gegen Datenkraken, namentlich z.B. WhatsApp habe.
Laut DSGVO habe ich das Recht, darüber zu bestimmen, was mit meinen Daten geschieht (vereinfacht ausgedrückt).
Ich achte auf meine Daten und gebe keine Adressen, E-Mail-Adressen usw. frei.
Nun kommt mein Freund Rainer ins Spiel.
Rainer hat auf seinem Smartphone ein Adressbuch. Neben 250 anderen Freunden und Freundinnen hat er auch meine Daten in seinem Adressbuch. Da steht, neben Name und Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer privat, Handy und Büro. Geburtsdatum, Name und Geburtsdatum der Frau/Freundin, was ich für ein Wohnmobil fahre, dessen Kfz-Kennzeichen und wann und wo wir uns kennengelernt haben. Auch einige weitere Details über mich hat Rainer in seinem Adressbuch notiert, weil er ein extrem schlechtes Gedächtnis hat. Rainer will damit ganz bestimmt nichts Böses! Sein Adressbuch ist eine Hilfe für sein schlechtes Gedächtnis.
So weit habe ich da auch nichts dagegen.
Rainer installiert sich heute WhatsApp. Nach der Installation verlangt die APP zwingend einige Freigaben. Bis hier ist noch nichts passiert. Rainer kann ja selber entscheiden, was er auf seinem Handy freigeben mag.
Aber jetzt kommt der Knackpunkt: Damit WhatsApp funktioniert, verlangt es die Erlaubnis, das gesamte Adressbuch auf den WhatsApp-Server hochzuladen!
Da Rainer die APP gerne nutzen möchte, klickt er auf "JA" und schon landen MEINE Daten, ohne meine Erlaubnis und sogar ohne mein Wissen, auf dem Server des Datenkraken!
EIGENTLICH müsste man Jeden WhatsApp-Nutzer, der die eigenen Daten im Adressbuch hat, wegen Verstoß gegen die DSGVO verklagen. Natürlich ist das unrealistisch... also schaue ich zähneknirschend zu, wie die ganzen glücklichen WhatsApp-User, aus meinem Bekanntenkreis, den Datenkranken mit MEINEN Daten füttern!
Was ich nicht verstehe ist, dass es noch keine Abmahnungen auf EU-Ebene gegen den Datenkraken WhatsApp und dessen Geschäftspraktiken gegeben hat!
Gegen kleine Geschäftsleute, die sich eines geringen Verstoßes gegen die DSGVO schuldig machen, werden zum Teil empfindliche Strafen verhängt. Aber die Großen lässt man ungeschoren?