Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

Es gibt auch noch anderes neben dem Wohnmobil..... Hier kann alles rein, mit dem ihr euch neben dem Wohnmobil so beschäftigt.
Sellabah
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Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#1

Beitrag von Sellabah »

Im Juni wurde ich armer Hauptschüler dann zu allem Unglück auch noch Vollwaise. Mein Vater hatte sich schon vor 16 Jahren verabschiedet. Damals wollte meine Mutter in Rekordzeit alles was an meinen Vater erinnerte möglichst am nächsten Tag aus der Bude haben. Ich habe damals mitgespielt und viele Sachen wie PC, Digitalkamera und programmierbares Teleskop hab ich dann verkauft und mir eine Harley Davidson gekauft mit der ich viele Jahre Freude hatte.
Heute wäre ausser vielleicht das Teleskop alles nichts mehr wert und ich habe wahrscheinlich instinktiv richtig gehandelt.

Mein Vater, Baujahr 1942 war in seiner Bundeswehrzeit Fotograf für Stereoluftbilder zum Beispiel für Unfälle der Bundeswehr. 1957 hat er sich dann für sich privat eine Schraubleica gekauft.
Die letzte Ausbaustufe IIIg mit Selbstauslöser und Blitzsynchronisation. Sie hatte den „modernen“ Leuchtrahmensucher für 50/90 Objektive und arbeitet völlig mechanisch. Mit dem 5cm 2,8 Elmar Objektiv.
Ich bin 1964 geboren und bin kwasi mit dieser Kamera aufgewachsen. Mein Vater machte Dias. Die habe ich noch alle, ebenso zwei damals hochwertige Projektoren, die sich zusammenschalten ließen für die damalig so beliebten, gähnend langweiligen Dia-Abende wenn die Verwandten kamen. Auch sammelte mein Vater alle Leica Hefte, die monatlich erschienen, von 1957-2008.
Da sind, mal kurz gesichtet, viele historisch bedeutsame Momente hochwertig festgehalten.

Die Kamera und das Drumrum…irgendwas hat mich damals davon abgehalten, es zu versilbern. Ich hab es in den Einbauschränken seines damaligen Büros im Dachgeschoß gelassen und meiner Mutter nichts gesagt. So kam nun nach weiteren 16 Jahren das „Problem“ wieder auf mich zu. Und wieder hab ich mich gesträubt die Kamera zu verhökern, wo ich natürlich weiß, das Oskar Barnacks Kameras im guten Zustand schon ordentlich Kohle bringen.

Ich habe mit der Leica nie fotografiert in der Zeit, wo mein Vater sie hatte. Immer nur zugeschaut. Selber hatte ich natürlich auch analoge Kameras, aber immer nur Pocket´s oder diese Spiegelreflex oder Sucherkameras mit automatischer Einstellung.

Die IIIg kann nix automatisch. Das Ding ist mechanisch wie eine Uhr mit vielen Komplikationen.
Alles schien zu funktionieren. Es war kein Staub drauf und drin, weil mein Vater sie in ein Tuch gehüllt hat. Auch war kein Film mehr eingelegt.

Film…gibt es eigentlich noch Kleinbildfilme?
Ich packte die Kamera ein und bestellte bei Amazon einen 400 ASA Film und ein Set zum Reinigen von Kameras und Objektiven. Pustepinsel, Isopropol, Linsentupfer und vieles mehr.

Beim Einlegen des Films kam dann die erste Hürde, die ich auch nie von meinem Vater erfahren habe. Weil der Film von unten eingelegt wird, muss er speziell geschnitten auf 10cm Länge und vorsichtig vorgespannt werden. Es gibt von Leica spezielle Schablonen und auch im Netz aber mit Übung geht es mittlerweile ohne.

…Fortsetzung folgt. Bilder von der Kamera und digitale Abzüge meiner ersten Versuche reiche ich morgen nach.


Liebe Grüße
Sven
pereval
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#2

Beitrag von pereval »

Danke für diesen ganz persönlichen Einblick. Ich bin gespannt auf die Bilder.
Viele Grüße, Andreas

Unterwegs mit einem Itineo SB 720 (2014)
Dieselreiter
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#3

Beitrag von Dieselreiter »

Hallo Sven,

ich bin schon gespannt auf die Ergebnisse, berichte weiter. *THUMBS UP*

Meine ganz persönliche Meinung zur analogen Fotografie:
Ich bin erst mit der Digitalfotografie in das Hobby eingestiegen. Die Herumwurstelei mit den Filmen, der begrenzte Bildervorrat, das Handling mit der Entwicklung, das war mir alles zuwieder. Digitale Bilder waren dagegen voll meins, raus aus der Kamera und sofort am Computer haben und nachbearbeiten - das hat mir gefallen.

Die ersten Digicams waren grottenschlecht, die Analogfotografen haben sich scheckig gelacht und davon geredet, dass die Profi-Welt nieeemals auf Digital umsteigen werden, weil der Unterschied bei der Bildquali so himmelhoch war. Heute hat sich das Verhältnis umgekehrt, die guten Kameras liefern Bilder, da kann kein KB Film mehr mithalten. Anfang der 2000er gab es viele Spekulation und Pimmelvergleiche, da haben Leute die Auflösung von KB Filmen nachgerechnet und kamen auf ca. 8 Megapixel. Das galt übrigens auch für (fast alle) Kinofilme, die hatten dieselben 35mm Streifen - oder eigentlich war es umgekehrt, die KB Kameras haben sich der Kinostreifen bedient, weil das Material einfach da war. Jedenfalls ist die Auflösung nicht sehr großartig, der einzige Vorteil war die "weichere" Belichtung des Filmkorns - und gleichzeitig war das auch der größte Nachteil, weil damit immer eine gewissen Unschärfe einherging. Heute haben sogar Smartfons mehr als 20 MP - das, was der Mini-Sensor an Qualität nicht mehr liefern kann, wird durch die Software korrigiert.
Als die Sensoren besser wurden, hatten auch die Hersteller der Objektive ihre liebe Not damit, weil optische Schwächen plötzlich knallhart offengelegt wurde. Objektive, die im analogen Bereich noch die heiligen Grale waren, konnten mit den Digi-Auflösungen plötzlich nicht mehr mithalten. Das gilt auch für die früher berühmten Leicas, da haben nur wenige Objektive den Wandel ins digitale Zeitalter überlebt.

Es gibt allerdings noch eine Nische, die KB Fotografie für mich interessant macht - Schwarzweiß Bilder! Ein JPG hat 16,7 Mio Farben, davon sind aber nur 256 Graustufen enthalten. Ein SW Druck von einem JPG wird nie so eine Homogenität wie ein SW-Film haben. Außerdem kann das - für geübte Augen sehr wohl sichtbare - Korn einen gewissen Charme ausüben.

Ich hab da noch eine analoge Nikon mit 50mm Fixobjektiv, die werde ich in meiner Pension auch reaktivieren, aber nur mit SW-Filmen. 8-)
Grüße Peter, unterwegs auf Carado T334

"Da streiten sich die Leut herum, oft um den Wert des Glücks,
der eine heißt den andern dumm, am End weiß keiner nix."

(Hobellied von Ferdinand Raimund anno 1834, bevor es Foren gab - a g'scheiter Mann)
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Röhri
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#4

Beitrag von Röhri »

Dieselreiter hat geschrieben: Do 19. Feb 2026, 06:29
Hallo Sven,

ich bin schon gespannt auf die Ergebnisse, berichte weiter. *THUMBS UP*

Meine ganz persönliche Meinung zur analogen Fotografie:
Ich bin erst mit der Digitalfotografie in das Hobby eingestiegen. Die Herumwurstelei mit den Filmen, der begrenzte Bildervorrat, das Handling mit der Entwicklung, das war mir alles zuwieder. Digitale Bilder waren dagegen voll meins, raus aus der Kamera und sofort am Computer haben und nachbearbeiten - das hat mir gefallen.

Die ersten Digicams waren grottenschlecht, die Analogfotografen haben sich scheckig gelacht und davon geredet, dass die Profi-Welt nieeemals auf Digital umsteigen werden, weil der Unterschied bei der Bildquali so himmelhoch war. Heute hat sich das Verhältnis umgekehrt, die guten Kameras liefern Bilder, da kann kein KB Film mehr mithalten. Anfang der 2000er gab es viele Spekulation und Pimmelvergleiche, da haben Leute die Auflösung von KB Filmen nachgerechnet und kamen auf ca. 8 Megapixel. Das galt übrigens auch für (fast alle) Kinofilme, die hatten dieselben 35mm Streifen - oder eigentlich war es umgekehrt, die KB Kameras haben sich der Kinostreifen bedient, weil das Material einfach da war. Jedenfalls ist die Auflösung nicht sehr großartig, der einzige Vorteil war die "weichere" Belichtung des Filmkorns - und gleichzeitig war das auch der größte Nachteil, weil damit immer eine gewissen Unschärfe einherging. Heute haben sogar Smartfons mehr als 20 MP - das, was der Mini-Sensor an Qualität nicht mehr liefern kann, wird durch die Software korrigiert.
Als die Sensoren besser wurden, hatten auch die Hersteller der Objektive ihre liebe Not damit, weil optische Schwächen plötzlich knallhart offengelegt wurde. Objektive, die im analogen Bereich noch die heiligen Grale waren, konnten mit den Digi-Auflösungen plötzlich nicht mehr mithalten. Das gilt auch für die früher berühmten Leicas, da haben nur wenige Objektive den Wandel ins digitale Zeitalter überlebt.

Es gibt allerdings noch eine Nische, die KB Fotografie für mich interessant macht - Schwarzweiß Bilder! Ein JPG hat 16,7 Mio Farben, davon sind aber nur 256 Graustufen enthalten. Ein SW Druck von einem JPG wird nie so eine Homogenität wie ein SW-Film haben. Außerdem kann das - für geübte Augen sehr wohl sichtbare - Korn einen gewissen Charme ausüben.

Ich hab da noch eine analoge Nikon mit 50mm Fixobjektiv, die werde ich in meiner Pension auch reaktivieren, aber nur mit SW-Filmen. 8-)
Ich besitze auch immer noch einige meiner analogen Spiegelreflexkameras. Trotz Umstieg auf digital.
Auch hatte ich überwiegend SW fotografiert und selbst entwickelt, daher war die Wartezeit auch nicht lang.
Und die begrenzte Anzahl der Fotos pro Film hatte ja auch nicht nur Nachteile. Es wurde bewusster, überlegter fotografiert. Beim digitalen fotografieren wird zu viel Masse „produziert“, meine Meinung.
Und die Lichtempfindlichkeit wurde angepasst, in dem (mindestens) zwei Kameras verwendet wurden. Z. B. eine mit einem 50 und eine mit 400 ASA. Digital kann da ja beliebig umgestellt werden.
Gruß Micha
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rumfahrer
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#5

Beitrag von rumfahrer »

Oh weh - da muss ich mich jetzt outen! Ich bin ausgebildeter Fotograf mit Meisterbrief (als es so was noch gab). Aus dieser Zeit lagern noch einige Schätzchen auf dem Dachboden. Besonders meine, selbstverständlich analoge, 6x7cm Mittelformatkamera Mamiya RB67 ProS mit drei Objektiven, Filmmagazine, Polaroidrückteil, Prismensuche und allem Pipapo.
Mit der Leica M hab ich auch lange zu tun gehabt und kenne daher das Filmeinfädeln - bei meinen frühen Jahren hier im Job haben wir Film-Meterware verwendet und mussten daher die vordere Lasche selbst zurechtschneiden.
Nun ja - die Münchner Fotografeninnung ging ein paar Jahre nach meiner M-Prüfung pleite weil der Meisterzwang für eine gewerbliche Selbstständigkeit abgeschafft wurde. Die Urkunde hat es bei mir also nie zu einem Rahmen gebracht und hing deswegen auch nie an einer Wand. Der Meisterkurs hat damals ziemlich Kohle gekostet für die ich in jungen Jahren einen Kredit aufnehmen musste...ob also früher alles besser war? Auf alle Fälle muss ich mal dringend auf den Dachboden und meine Mamiya streicheln ;-)
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Sherlock
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#6

Beitrag von Sherlock »

Habe recht früh die Begeisterung für das fotografieren entdeckt und war super stolz, als ich mir meine erste Spiegelreflex gekauft habe.
Dadurch hat man mindestens gelernt was eine Verschlusszeit und eine Blende ist und was sie bewirken.
Man ging sorgsam mit dem Filmmaterial um, weil jedes Foto recht teuer war.

Habe mir damals immer gewünscht, mal eine Serie von einem Motiv zu schießen, so wie man das oft in Filmen sah.
Bin dem Hobby auch mit dem Wechsel zur digitalen Welt treu geblieben und heute ertappe ich mich dabei, wie ich oft einfach drauf halte, kost ja nix und im Zweifel hilft die digitale Bildbearbeitung.

Ich freu ich schon auf die Erfahrungsberichte von Sven und freu mich auf optische Beispiele.

In diesem Sinne

Gruß
Michael
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Elgeba
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#7

Beitrag von Elgeba »

Ich habe ebenfalls noch eine analoge Spiegelreflex von Canon.Besonders stolz bin ich aber auf einen einklappbaren Fotoapparat der noch mir Rollfilmen breit arbeitet.Den hatte mein Vater im Krieg dabei,das Gerät funktioniert heute noch.


Gruß Arno
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Elgeba
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#8

Beitrag von Elgeba »

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Elgeba hat geschrieben: Do 19. Feb 2026, 11:14
Ich habe ebenfalls noch eine analoge Spiegelreflex von Canon.Besonders stolz bin ich aber auf einen einklappbaren Fotoapparat der noch mir Rollfilmen breit arbeitet.Den hatte mein Vater im Krieg dabei,das Gerät funktioniert heute noch.


Gruß Arno
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Haibike
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#9

Beitrag von Haibike »

Auf dem Dachboden habe ich noch einen alten s/w-Vergrößerer, Dunkelkammerleuchten, Entwicklerdosen, Spiegelreflexkameras usw.-irgendwie zu schade, es zu entsorgen, aber wird man diese Dinge noch jemals nutzen, wo die Digitalfotografie so einfach ist und quasi nichts kostet. Meine Kinder meinten nur, ab in den Container.
Viele Grüße aus Unterfranken
Hans-Jürgen
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Elgeba
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#10

Beitrag von Elgeba »

Ich habe auch noch "Relikte" auf dem Dachboden, z.B. einen Super 8 Projektor von Rollei,Super 8 Camera von Ricoh,eigentlich sollte man das entsorgen,aber irgend wie "hängt" man an dem alten Kram.


Gruß Arno
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rundefan_reloaded
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#11

Beitrag von rundefan_reloaded »

Hallo Sven,

ich hab da so mein Probleme, würde ich Dir einen Rat zum weiteren Umgang mit den gefundenen Dias zu geben. Ich habe ausschließlich seit 1966 Dias " geknipst ". Im Laufe der Jahre, besser, bis ein Kodak Chrome 64 in 36 er Version nicht mehr bezahlbar wurde ( je Film >20 € incl. Entwicklung in Basel, vorher Stuttgart) suchte ich nach einer Digital- Spiegelreflex. Bis zum Kauf meiner Nikon D70 hatte ich mehr als 4500 Dias erstellt.

Mit viel Aufwand, wie Beschaffung eines guten Diascanners ( ich kaufte einen CanonScan mit Einzelbildeinzug), Nachbearbeitung mit Adobe Photoshop, dauerte die digitale Sicherung eines Dias > 5 Minuten.
Nur aus den Kinderbildern entstanden jeweils Fotobücher, die meinen beiden Kindern jeweils zur Hochzeit übergeben wurden. Allen anderen digitalisierten Dias geschieht nichts anderes als den Originalen, die in ihren Magazinen schlafen, sie sind auf einer externen Festplatte gespeichert und werden, wenn überhaupt, vllt. alle Jubeljahre mal betrachtet.

Da ja schon einige ihre Kameras beschrieben, hier einige Bilder meiner Schätze
1. Mit dem 10. Geburtstag als Geschenk meines Opas eine Agfa Super Solinette, Baujahr 1954
IMG_20260219_114824_6.jpg
die geschlossen so aussah
IMG_20260219_114858_0.jpg


darauf folgte meine erste Spiegelreflex
IMG_20260219_115002_1.jpg


Die dann von einer Reihe Nikon Kameras ersetzt wurde Nikon FE, 601, F 70 ,F3, D70, D300S


Bild meine zweite und letzte DSLR

Alle genannten Kameras sind noch in meinem Besitz, sie zu verkaufen kommt nicht in Frage

INZWISCHEN SPEICHERE ICH ERINNERUNGEN NUR NOCH IM KOPF.

Begründung, die schönsten Momente durch den Sucher betrachten, erfüllt mich nicht mehr

PS natürlich gibt es noch Kleinbild Filme zu kaufen, ein 135er SW mit 100ASA kostet ca. 5,00€ zuzüglich Entwicklung. Man kann auch noch Diafilme kaufen, wenn man mag.
Gruß
Werner
Taxifahrer
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#12

Beitrag von Taxifahrer »

Meine erste Spiegelreflex war eine Praktika, ein wirklich gutes Gerät. Dann kam die erste Digicam für 2000,- DM mit einer 320 GB Festplatte in Form einer CompactFlash Speicherkarte. Die Kamera war so lichtstark, dass man fast im dunklen Zimmer ohne Blitz arbeiten konnte. Ich Dummkopf habe sie verkauft, weil ich meinte etwas Besseres haben zu müssen.
LG Taxifahrer
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Muss-weg
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#13

Beitrag von Muss-weg »

Hallo,
ich komme beruflich eher aus der Ecke Computer Generated Images (CGI) und habe die Haus und Hof Fotografen der Automobilindustrie in den Ruin getrieben, nur einer hat überlebt. Nun erlebe ich es ähnlich, dass KI die aufwändige Arbeit bei der CGI Bilderzeugung, vielen CGI Firmen das Geschäft wegnimmt.

Was geht: Ein wie auch immer aufgenommenes Foto einer Digicam mit z. B. Googles Veo3 KI die Eigenschaften eines anlogen Bildes eines bestimmten Kameratyps zu verleihen z. B. auch "Verändere des hochgeladene Bild, um es an die Optik eines Bild anzugleichen, welches mit Kamera xy, Blende, Film, .... Tageszeit, Jahreszeit... aufgenommen wurde".
Definition von Urlaub: Espresso, Biken, Schlafen - Repeat
Unterwegs im Carthago C1-Tourer 145 TI auf Sprinter
Sellabah
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#14

Beitrag von Sellabah »

Fang ich mal an mit dem guten Stück:

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Nächstes Jahr wird sie 70 Jahre alt.

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Den Gurt hab ich zugekauft. Die Originalkordel hab ich aber auch noch.

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Gewöhnungsbedürftig sind die beiden Sucher. Obwohl das System gegenüber der Ur Leica und der IIIF schon erheblich verbessert wurde, haben gerade Brillenträger es gegenüber heutigen Sucherkameras ein wenig Probleme weil alles ein wenig filigran ist. Im linken Sucher sieht man erstmal alles doppelt. :mrgreen:
Die Kunst jetzt am Objektiv die Entfernung auf den gewünschten Bereich einzustellen, der am schärfsten dargestellt werden soll. Nehmen wir als Beispiel ein Gesicht, dann regelt man das Objektiv so ein, das aus den zwei dargestellten Gesichtern eines wird. Als Besonderheit hat die IIIG am Filmtransportknopf einen Schieber mit Skala, wo man die Dioptrien der Brille abgleichen kann.

Ist die Scharfstellung erledigt, blickt man rechts in einen Leuchtrahmensucher, der Rahmen für zwei verschiedene Formate zeigt und den Sucher auch auf den mit der Entfernung eingestellten Ausschnitt anpasst. Für andere Objektive, die vom Kamerasystem abweichen, muss man dann kompatible Sucher auf den Blitzschuh aufstecken. Die kleine Buchse unter dem Blitzschuh ist für elektronische Blitze. Man kann bei den Verschlusszeiten eine 60stel und eine 30stel wählen. Unter der 30stel Sekunde gibt es ein zweites Drehrad zum Einstellen der Langzeitbelichtung. Ob die Blitzsynchronisation davon beeinflusst wird, hab ich noch nicht raus. Die große Scheibe hinten auf dem Kamerarücken dient zur Erinnerung, welche Art Film eingelegt ist. Farbe/SW, DIN und ASA. Man muss daran denken, das kein Belichtungsmesser verbaut ist.
Was übrigens ein großer Vorteil ist. Viele alte Kameras mit Belichtungsmesser haben Säureschäden, die Batterien sind nicht mehr lieferbar oder im Fall von Selenzellen hat die Genauigkeit nachgelassen.

Ich habe eine ganz elegante Lösung gefunden, die ich euch später zeige. Im Grunde kann man aber auch eine App nutzen.


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Ja. Da bin ich bald explodiert, wie beim Reinigen der Kamera nach Profianweisung auf YouTube sich dann das Vulcanit ablösen tat. Aber das ist völlig normal. Das ehemalig ledrig anmutende Material wird steinhart und riecht wie Teer. Dazu war mein Vater lange Zeit Pfeifenraucher und wie geschoren, 70 Jahre. Da lässt jede Haut nach. Die Erneuerung kostet etwa 150-300 Euronen. Eventuell gönne ich der Kamera aber mal eine komplette Werksrevision. Da grübel ich noch. Ich habe die abgelösten Stücke auch noch und auf YT gibt es interessante Reparaturmöglichkeiten. Schließlich würde ich gerne den Originalzustand erhalten.


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Das Objektiv, ein Leitz Elmar 5cm 1:2,8 lässt sich versenken, was die Kamera sehr kompakt macht. Natürlich ist sie schwer im Vergleich zu den Plastikbombern der 80,90er Jahre.
Und die Verschraubung ist schon eine Kunst, das sie nach so vielen Jahren ohne Rastpunkt genau sitzt.
Mit Adaptern kann man das Objektiv auf Bajonett Leica´s bis zum heutigen Tag nutzen.
Letztendlich hat mir mein Vater auch noch die Original Sonnenblende hinterlassen.
Ich Vollhorst habe wahrscheinlich damals beim Verkauf des Teleskops die Filter der Leica mit verkauft.
Ich weiß, er hatte ein buntes Sortiment.

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Liebe Grüße
Sven
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Sellabah
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#15

Beitrag von Sellabah »

Ich habe mit meinem Vater ja die Zeit erlebt, wo alles digital wurde. Er hatte sehr früh einen (riesigen) Taschenrechner, einen programmierbaren HP65, HP67 dann. Wir kauften Quarzuhren von Casio usw.
Meine Mutter stellte ihr Schreibbüro von elektrischen Schreibmaschinen auf Schreibautomaten um.

Alles mechanische bekam leider Verachtung.

Auch vor Sechszehn Jahren habe ich nicht wirklich die Mechanik und die aufwendige Fertigung bemerken wollen. Das Ding ist nahezu Vollmetall und Glas. Phasen, Riffelungen, Rändelungen. Ich hab Metall gelernt und weiß wie aufwendig das in den 50ern war, zu fertigen.
Und dann habe ich mit einer App einmal provisorisch die Verschlusszeiten getestet. Ein Labor kann es besser.
Aber das passte alles. Auch der Selbstauslöser geht nach 70 Jahren exakt. Meiner Erinnerung nach war die Kamera nie niemals weg im Werk oder einer Werkstatt.
Gebrauchsspuchen, winzige Dellen und an der Sonnenblende Schrappspuren sind vorhanden. Aber sie war auch eines der Hobby´s meines Vaters, was er intensiv betrieben hat.

LG
Sven
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#16

Beitrag von Sellabah »

Der erste Film, den ich dann wirklich mühevoll darein bekam, das war ein Farbfilm ASA 400 mit 24 Aufnahmen. Ich hab die Kamera dann nicht viel rumgeschleppt. Ich hatte da auch mit Beruf und Abwicklung des Nachlasses meiner Mutter und Hund Anschaffung wenig Zeit. Daher kommen keine spektakulären Bilder jetzt erstmal. Es ging mir zu allererst einmal darum zu schauen ob sie noch funktioniert, ob ich die Bedienung verstehe und ob ich der Sache was abgewinnen kann.

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:mrgreen: Von 24 Aufnahmen waren 12 für die Tonne und die 12 hier oben sind natürlich weit entfernt von dem, was mein Vater damit gezaubert hat. Ich habe vor allen Dingen ohne Belichtungsmesser auf gut Glück und mit einer App mich versucht. Aber die Kamera hat 16 Jahre im Schrank gelegen und mein Vater hatte sich ein Jahr davor eine digitale Nikon D70 gekauft.

Liebe Grüße
Sven
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#17

Beitrag von Sellabah »

Weil die Bilder dann so aussahen wie sie aussahen, hatte ich Blut geleckt.
Das war kein iPhone, wo man auch nach einer Kiste Bier und drei Grappa den Heimweg verwicklungsfrei fotografieren und filmen kann. Auch keine AF Kamera der 90er, wo alles auf Knopfdruck ging.
Irgendwie so ein bisschen wie Roller fahren und Motorrad fahren.

Und da waren noch zwei andere Dinge, die mir sofort ins Hirn schossen.
Das erste war die Freude. Das Gespannt sein wenn man den Film bei der Drogerie abgegeben hat.
Man kann dann zwar mittlerweile online einsehen, wenn die Bilder fertig sind, das dauert aber zwei Wochen.
Und dann muss man da hin. Und dann ist das wie früher als Kind, wenn man sich eine Wundertüte gekauft hat. Und man hält was in der Hand. Trotzdem ist natürlich mittlerweile ein Code dabei, die Bilder digitalisiert abrufen zu können.
Steigern kann man das Gefühl mit einer eigenen Dunkelkammer, wenn man aus einem weißen Blatt ein Bild zaubert. Ich habe das erlebt, war als Schüler in der Foto AG. Und ich habe jetzt auch einen Keller in dem ich so etwas einrichten kann.

Das zweite Ding ist der Umgang mit dem Auslöser. Auf meinem iPhone sind tausende Bilder gespeichert. Teilweise sortiert, aber auch endloser Müll. Man fotografiert heute selbst den Pickel am Hintern statt einen Spiegel zu holen.
Hier hast du 36 Bilder und du kannst sie nicht sofort abrufen. Jetzt hier in Spanien gehe ich schon anders mit der Leica durch die Welt als wenn ich mein iPhone zücke. Und eigenartiger Weise erregt man Aufsehen und wird auf die Kamera angesprochen.

Für mich ist klar, das die Leica bei mir bleibt und ich sie besser kennenlernen möchte.

Liebe Grüße
Sven
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#18

Beitrag von Sellabah »

Der zweite Versuch mit einem 36er S/W 100 ASA

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Wie erwartet, ist von 36 Aufnahmen nicht viel übrig. :mrgreen:

Ein SW mit 400 ASA und 36 Aufnahmen mit dem ich einen Oldtimertreff fotografiert habe, ist noch nicht entwickelt. Lass ich direkt im April machen, wenn ich wieder da bin.

Liebe Grüße Sven
Dieselreiter
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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#19

Beitrag von Dieselreiter »

rumfahrer hat geschrieben: Do 19. Feb 2026, 09:20
Besonders meine, selbstverständlich analoge, 6x7cm Mittelformatkamera Mamiya RB67 ProS
Oh ja, Mittelformat ist natürlich eine ganz andere Kiste. Ich kannte Digi-Fotografen, die sich aus Sentimentalität eine MF Kamera aus Altbeständen gekauft haben, weil die Bilder so einen einzigartigen Charme haben.

Anfang der 80er hat China eine für das gemeine Volk leistbare MF Kamera produziert, die berühmt-berüchtigte HOLGA. Die Bilder haben sich durch eine extreme Vignettierung ausgezeichnet. Außerdem war das Gehäuse so billig zusammengeschustert, dass es seitliche Lichteinstreuungen gegeben hat :-O . Eine zeitlang hat sich deswegen ein regelrechter Hype um die Kamera entwickelt, weil viele so grottenschlechte Fotos machen wollte - neudeutsch "Vintage". 8-)
Grüße Peter, unterwegs auf Carado T334

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Re: Das Erbe meines Vaters. Die analoge Fotografie.

#20

Beitrag von Austragler »

Mit einer Uralt-Leica kann ich abenfalls dienen. Sie ist Baujahr 1931 und funktioniert. Vor knapp 80 Jahren wurden Babyfotos von mir damit aufgenommen. Entwickelt und vergrößert hat sie mein Onkel in der hauseigenen Dunkelkammer, in schwarz/weiß natürlich.
Während meiner Bundeswehrzeit war dieser Fotoapparat immer am Mann, ich habe relativ viele Fotos gemacht und ebenfalls in der familieneigenen Dunkelkammer entwickelt und vergrößert. Fotografieren war damals ein relativ teures Hobby, das Entwickeln eines Films mit 36 Aufnahmen kostete 2 Mark, ein 6x9-Bild 35 bis 40 Pfennig, ín schwarz/weiß natürlich, Farbfotos waren wesentlich teurer, sie konnten auch in einer Hobby-Dunkelkammer nicht hergestellt werden.
Hier ein Bild von der Kamera und 2 Fotos. Das rechte Bild entstand im Sommer 1946, das andere 20 Jahre später :

Nachtrag: Man musste Belichtungszeit und Blendenöffnung natürlich manuell einstellen. Das meiste ging mit einer einhunderfünfundzwanzigstel Sekunde und Blende 5,6. Einen separaten Belichtungsmesser hatte man natürlich:
Dateianhänge
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Gruß aus Oberbayern
Franz
Vormals "Waldbauer"
Bild

Schau ma amoi nacha sehng ma´s scho !
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