Offener Brief zur Stellplatzsituation Gröden/Südtirol
Verfasst: Do 5. Feb 2026, 17:06
Diesen Text habe ich heute verfasst, weil uns unser Sehnsuchtsort offensichtlich nicht mehr haben will. Sollte es eine Reaktion geben, werde ich berichten.
Sehr geehrte GemeindevertreterInnen in Wolkenstein und Gröden, sehr geehrter Herr Cuccarollo,
immer wieder erscheinen in der Presse Artikel, welche angeblich unhaltbare Zustände in Zusammenhang mit "wildcampenden" Wohn- bzw- Reisemobilen aufgreifen. Oft wird über zurückgelassenem Müll und Verschmutzung (Fäkalien?) berichtet. Da gleichzeitig legale Stellplätze geschlossen werden, möchte ich hierzu als betroffener Reisemobil-Tourist Stellung nehmen und versuchen die Situation differenziert zu betrachten.
Grundsätzlich sind typische Reisemobile für mehrere Tage autarke Fahrzeuge mit eingebauter Toilette, Abwassertank, mitgeführten Müllbehältern und eigener Stromversorgung. Für die überwiegende Mehrzahl der Reisemobiltouristen darf man ein verantwortungsvolles Verhalten voraussetzen. Mit dem Reisemobil ist man nah an und in der Natur und hat somit ein ureigenes Interesse diese Räume zu schonen und im natürlichen Zustand zu erhalten.
Im Gegensatz dazu haben die vielen Autotouristen eben keine eingebaute Toilette und Müll wird auch mal durch die heruntergelassene Scheibe entsorgt (selbst beobachtet). Wem werden also die Mißstände zugeschrieben? Natürlich kann und will ich manche Wohnmobilspezies nicht von Kritik ausnehmen. Gerade in Fahrzeugen der sogenannten Insta-Van-Live-Szene ist die genannte Autarkie nicht immer gegeben. Dazu kommen vereinzelte Wohnmobil-Anfänger, die die Ver- und Entsorgungstechnik vielleicht noch nicht in Gänze beherrschen.
Das rechtfertigt aber nicht einen pauschalen Ausschluss dieser Reiseform. Zumal das Reisen mit dem Wohnmobil, Studien zufolge, eine eher ressourcenschonende Art des Tourismus darstellt (Verglichen mit Flug-, PKW-Reisen und Unterkunft in Hotels). Statt dessen darf der immer weitergehende Neubau von Hotelanlagen (trotz offiziellem Baustop), gerade in den Dolomiten, als eher weniger umweltverträglich angesehen werden. Im Übrigen sind Wohnmobilreisende auch ein Wirtschaftsfaktor. Sie nutzen gerne die Gastronomie vor Ort, kaufen für den täglichen Bedarf oder für Mitbringsel ein und erwerben im Winter Skipässe bzw. Seilbahntickets im Sommer. Park- bzw. Stellplatzgebühren auf entsprechenden Flächen würden gerne gezahlt. Allein - es gibt sie (in Gröden) nicht mehr.
Wir selbst waren seit mehr als vier Jahrzehten immer wieder gerne in Südtirol und in den Dolomiten. Anfangs von Hütte zu Hütte über Klettersteige mit Anreise im Zug und Bus. Später mit den Kindern auf dem Bauernhof. Seit zehn Jahren reisen wir mit unserem Wohnmobil. Wandern, Klettern, Skifahren und genießen - das hat uns immer wieder nach Südtirol gezogen. So haben wir die touristische Entwicklung im Landl live miterlebt.
Nicht immer war es eine gute und ich darf Bezug auf Gröden und Wolkenstein nehmen. Ein Highlight im Winter war bis vorletztes Jahr die Sella Ronda und weitere Tage im Langkofelgebiet. Station machten wir in Plan de Gralba auf dem Camperareal neben der Piz Seteur Gondelbahn. Dort gibt (gab?) es sogar eine Entsorgungsmöglichkeit für die Campingtoilette (in der Talstation). Seit letztem Jahr steht dieser Stellplatz nicht mehr zur Verfügung. Hat es dort Probleme gegeben? Wir zumindest haben nichts bemerkt. Die Stellplatzgebühr war zwar nicht eben günstig aber in Anbetracht der Lage war dieses legale Angebot sehr willkommen.
Das neue terrasierte Parkareal vor der Piz Sella-Bahn weist zwar Parkplätze für Wohnmobile aus, verbietet aber die Übernachtung! Zudem gibt es nur einen Stundentarif, keine 24h-Pauschale. Zuletzt 3,70€/h, macht für 24 Stunden fast 90€ - nur Parkgebühr, ohne Serviceeinrichtungen. Deutlicher kann man nicht zum Ausdruck bringen, dass Reisemobilisten nicht willkommen sind.
Ich bezweifle nicht dass "wild" abgestellte Wohnmobile in touristisch hoch frequentierten Gebieten ein Problem darstellen und auch bei den ortsansässigen Bürgern nicht gern gesehen werden. Die schiere Menge an Besuchern macht Beschränkungen unumgänglich. Diese aber einseitig Wohnmobiltouristen aufzuerlegen ist unfair. Dafür müssten legale und akzeptable Angebote bereit gestellt werden. Die Fläche wäre in Plan vorhanden. Einstweilen aber müssen wir wohl schweren Herzens Gröden meiden.
Sehr geehrte GemeindevertreterInnen in Wolkenstein und Gröden, sehr geehrter Herr Cuccarollo,
immer wieder erscheinen in der Presse Artikel, welche angeblich unhaltbare Zustände in Zusammenhang mit "wildcampenden" Wohn- bzw- Reisemobilen aufgreifen. Oft wird über zurückgelassenem Müll und Verschmutzung (Fäkalien?) berichtet. Da gleichzeitig legale Stellplätze geschlossen werden, möchte ich hierzu als betroffener Reisemobil-Tourist Stellung nehmen und versuchen die Situation differenziert zu betrachten.
Grundsätzlich sind typische Reisemobile für mehrere Tage autarke Fahrzeuge mit eingebauter Toilette, Abwassertank, mitgeführten Müllbehältern und eigener Stromversorgung. Für die überwiegende Mehrzahl der Reisemobiltouristen darf man ein verantwortungsvolles Verhalten voraussetzen. Mit dem Reisemobil ist man nah an und in der Natur und hat somit ein ureigenes Interesse diese Räume zu schonen und im natürlichen Zustand zu erhalten.
Im Gegensatz dazu haben die vielen Autotouristen eben keine eingebaute Toilette und Müll wird auch mal durch die heruntergelassene Scheibe entsorgt (selbst beobachtet). Wem werden also die Mißstände zugeschrieben? Natürlich kann und will ich manche Wohnmobilspezies nicht von Kritik ausnehmen. Gerade in Fahrzeugen der sogenannten Insta-Van-Live-Szene ist die genannte Autarkie nicht immer gegeben. Dazu kommen vereinzelte Wohnmobil-Anfänger, die die Ver- und Entsorgungstechnik vielleicht noch nicht in Gänze beherrschen.
Das rechtfertigt aber nicht einen pauschalen Ausschluss dieser Reiseform. Zumal das Reisen mit dem Wohnmobil, Studien zufolge, eine eher ressourcenschonende Art des Tourismus darstellt (Verglichen mit Flug-, PKW-Reisen und Unterkunft in Hotels). Statt dessen darf der immer weitergehende Neubau von Hotelanlagen (trotz offiziellem Baustop), gerade in den Dolomiten, als eher weniger umweltverträglich angesehen werden. Im Übrigen sind Wohnmobilreisende auch ein Wirtschaftsfaktor. Sie nutzen gerne die Gastronomie vor Ort, kaufen für den täglichen Bedarf oder für Mitbringsel ein und erwerben im Winter Skipässe bzw. Seilbahntickets im Sommer. Park- bzw. Stellplatzgebühren auf entsprechenden Flächen würden gerne gezahlt. Allein - es gibt sie (in Gröden) nicht mehr.
Wir selbst waren seit mehr als vier Jahrzehten immer wieder gerne in Südtirol und in den Dolomiten. Anfangs von Hütte zu Hütte über Klettersteige mit Anreise im Zug und Bus. Später mit den Kindern auf dem Bauernhof. Seit zehn Jahren reisen wir mit unserem Wohnmobil. Wandern, Klettern, Skifahren und genießen - das hat uns immer wieder nach Südtirol gezogen. So haben wir die touristische Entwicklung im Landl live miterlebt.
Nicht immer war es eine gute und ich darf Bezug auf Gröden und Wolkenstein nehmen. Ein Highlight im Winter war bis vorletztes Jahr die Sella Ronda und weitere Tage im Langkofelgebiet. Station machten wir in Plan de Gralba auf dem Camperareal neben der Piz Seteur Gondelbahn. Dort gibt (gab?) es sogar eine Entsorgungsmöglichkeit für die Campingtoilette (in der Talstation). Seit letztem Jahr steht dieser Stellplatz nicht mehr zur Verfügung. Hat es dort Probleme gegeben? Wir zumindest haben nichts bemerkt. Die Stellplatzgebühr war zwar nicht eben günstig aber in Anbetracht der Lage war dieses legale Angebot sehr willkommen.
Das neue terrasierte Parkareal vor der Piz Sella-Bahn weist zwar Parkplätze für Wohnmobile aus, verbietet aber die Übernachtung! Zudem gibt es nur einen Stundentarif, keine 24h-Pauschale. Zuletzt 3,70€/h, macht für 24 Stunden fast 90€ - nur Parkgebühr, ohne Serviceeinrichtungen. Deutlicher kann man nicht zum Ausdruck bringen, dass Reisemobilisten nicht willkommen sind.
Ich bezweifle nicht dass "wild" abgestellte Wohnmobile in touristisch hoch frequentierten Gebieten ein Problem darstellen und auch bei den ortsansässigen Bürgern nicht gern gesehen werden. Die schiere Menge an Besuchern macht Beschränkungen unumgänglich. Diese aber einseitig Wohnmobiltouristen aufzuerlegen ist unfair. Dafür müssten legale und akzeptable Angebote bereit gestellt werden. Die Fläche wäre in Plan vorhanden. Einstweilen aber müssen wir wohl schweren Herzens Gröden meiden.