Moin
Austragler hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 11:20
Da wurden den Herrschaften Luxuslimousinen unter den Hintern geschoben zu Leasigraten für die der normale Bürger einen mittelmäßig ausgestatteten Golf bekommen hätte.
Man könnte darin nun eine gewisse Pflege der politischen Landschaft vermuten, andererseits kann man die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls aus der Finanzrate komplett streichen sowie zudem annehmen, dass die Fahrzeuge am Ende des Leasings in einem Zustand artgerechter Haltung und Pflege wieder zurückkommen
Die Handlungen dieser speziellen Nutzer mögen öffentlichkeitswirksam sein, in Summe der Fahrzeugmenge spielen diese Modelle nicht wirklich eine große Rolle. Bei der größeren Menge sonstiger Behörden-PKW sieht das anders aus, dort unterstelle ich aber eine Normalverteilung wie bei anderen Gewerbekunden auch.
Und die Gewerbekunden sind das Stichwort, nur über diese kann eine Umstellung des gesamten Fuhrparks in einem zeitlich halbwegs zu überblickenden Rahmen erfolgen, wobei hierzu dann auch die Eigenzulassungen der Hersteller und ihrer Händler zu zählen sind. Es gibt zwar immer mal wieder leichte Schwankungen, aber in Deutschland liegt der Anteil der gewerblichen Neuzulassungen seit Jahren bei etwa 2/3 , auch wenn es je nach Hersteller und dort wieder je nach Modell erhebliche Unterschiede gibt. Bei Dacia kann und wird es also anders herum ausgehen.
Bei automobilen Erstkäufern spielten Neuwagen noch nie die große Rolle, heute so gut wie gar keine (lag vor Jahren schon bei nur noch 2%).
Auch insgesamt ist der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland seit jeher der größere, auch wenn er in jüngerer Vergangenheit mal deutlich abgenommen hat (2020 etwa 7 Mio, 2023 noch 6 Mio an Besitzumschreibungen), während die Neuzulassungen das bei weitem nicht ausgeglichen haben (von knapp 3 Mio auf 2.6 runter und auf 2.8 wieder hoch). Interessanterweise begegneten mir beim Gebrauchtwagenkauf (der fast immer beim Markenhandel erfolgte) öfters eher mäßig am Verkauf interessierte Kandidaten, aber das ist vermutlich nur so ein Einzelschicksal.
Nun ist es nicht, dass gar keine Neuwagen an Privatkunden gehen, das werden in relevanter Stückzahl aber eher die günstigeren Modelle sein. Speziell mit den früheren E-Fahrzeugen blieben da Kollisionen bei der Preisvorstellung nicht aus, aber auch heute löst das Preisschild an z.B. einem gut ausgestatteten Renault 4 durchaus Stirnrunzeln aus und hier mag man hoffen, dass die derzeit angekündigte Förderung dieses wieder etwas glättet. Ich habe aber die leise Vermutung, dass die margenramponierende Rabattwilligkeit der Händler bzw. Hersteller aus Sicht des Käufers dadurch doch ein wenig leiden könnte.
Die Dienstwagenbesteuerung in Deutschland pendelt ja immer etwas zwischen den Vorwürfen der Subvention und denen einer Neiddebatte. Steuerrechtlich mag das gegenüber dem Barlohn fragwürdig sein, selbst wenn man dem Vereinfachungsgedanken folgen mag, zumal es ja dennoch einen Wust an Regelungen nach sich zieht. Viel Vergnügen bei der korrekten Bewertung der Überlassung eines E-Autos mit Chauffeur, wobei dieser mir dann noch damit ankommt, dass die Ladezeit mitnichten zu seiner Pause, sondern zur Arbeitszeit zählt und die ja Beschränkungen unterliegt …
Die 0.5% (statt 1%) für diese im Vielfahrerkontext ja noch fragwürdigeren Plugin-Hybride hat man ja über die wachsenden Anforderungen an die Akkugröße (ergo Reichweite) bzw. den CO2-Ausstoß zu regeln versucht, für mich bleibt das ein Fehlanreiz. Ich will nicht unterstellen, dass die immer mit noch eingeschweißtem Ladekabel aus dem Leasing zurückkommen (die bei meinem Arbeitgeber hingen immer schön an der betrieblichen Wallbox, beim Betrieb gegenüber genauso) , aber die nominalen 2Liter Prüfstandsverbrauch sind ja dennoch eher ein Scherz. Natürlich kann man damit kurze Strecken elektrisch fahren, aber wir in Deutschland fahren doch angeblich so viel und so oft lange Strecken … ?
Nikolena hat geschrieben: Di 17. Feb 2026, 14:33
Noch beliebter sind die Hybriden. Da hast Du das beste aus zwei Welten.
… und auch die Probleme aus beiden Welten. Wer es braucht …

Pardon, war jetzt von mir bewusst aus dem Zusammenhang gerissen.
Beim E-Auto wären diese „2 Liter“ umgerechnet in kWh aber eher die Regel (im Winter mehr, im Sommer weniger) und wenn das 60.000€ Fahrzeug dann bei einem angenommenen Arbeitsweg von 25km statt mit 1050€ brutto nur mit 263€ brutto das monatliche Barlohnnetto schmälert, könnte man das ja vielleicht als ausreichende Erschwerniszulage ansehen, die über das Leiden an der Ladestation hinweg hilft.
Ja, mir ist schon klar, dass dieses Leiden bei einem Servicetechniker, der durch die Republik hetzen soll, etwas ausgeprägter hervortritt als beim nur lokal tätigen Kollegen und dass sein Opel Astra dann auch eher keine 60 Mille kostet (mit dann entsprechend geringeren monetären Effekten).
Ich kann nur hoffen, dass in einigen Jahren ein ausreichend großes Angebot auf dem Gebrauchtfahrzeugmarkt vorhanden ist und man bei diesen Fahrzeugen dann nicht verzweifelt versucht, die beim Neuverkauf nicht erzielte Marge doch noch hereinzuholen.
Die - vermutlich eher von privaten Käufern - gelegentlich geforderte Subventionierung des Ladestroms wäre zwar denk- und vermutlich auch irgendwie umsetzbar, wie bürokratisch auch immer man so etwas hierzulande lösen würde, nur ist der Effekt schwer darstellbar. Das dafür zur Verfügung stehende finanzielle Volumen würde auch von Bestandsfahrzeugen verbraucht, die schon mal über die vorherige Kaufprämie subventioniert wurden bzw. bei den Dienstwagen über die Einkommensteuer, sowie in wenn auch geringem Umfang von Fahrzeugen mit ausländischer Zulassung. 4000€ ist eine greifbare Summe für den Interessenten, eine Ansage wie „Du bekommst den an öffentlichen Säulen bezogenen Ladestrom um 35 Cent vergünstigt im Zeitraum 2026 bis 2028“ dürfte vielen eher Kopfzerbrechen bereiten. Und die Befürchtung, dass die kWh dann dort immer noch 30 Cent kostet, wäre ja auch nicht so einfach auszuräumen …
Ladetarife … ist ja angeblich so ein undurchsichtiger Dschungel. Das ist wohl so, nur wer geht schon immer durch den ganzen Dschungel ? Viele laden überwiegend zuhause, der Anteil dürfte bei steigenden Zulassungen mangels eigenem Stellplatz aber zurückgehen. Die anderen Fahrer/innen bewegen sich in mehr oder weniger großen Kreisen um ihren Kirchturm und die werden nicht jede Ladesäule anfahren, die da zufällig am Weg auftaucht. Wäre heute mit einer Tankstelle zwar einfacher (vor allem weil man es gewöhnt ist) und der Preis steht sichtbar dran, aber der ändert sich hierzulande ja bisweilen im Minutentakt und über den Tag sind das i.d.R. zweistellige Centbeträge. Es mag Leute geben, die 20 Liter nachtanken, weil es gerade jetzt sehr günstig ist, unterwegs außerhalb der eingefahrenen Wege glaub ich aber eher selten.
An der unbekannten Ladesäule mit den unüberschaubaren Kosten fährt man also vorbei und wenn man dann doch absehbar mal müsste, läßt sich der Preis auch vorher heraus finden. Mit 99 Apps und Ladekarten an Bord mag das preislich optimierbar sein, macht aber hoffentlich keiner. Im Umfeld des Kirchturms reichen wenige, außerhalb dessen normalerweise auch, denn deren dort funktionierenden Karten habe ich bzgl. des Preises ja zuhause schon akzeptiert, warum sollte ich es jetzt nicht auch dort ?
Die teuren Ad hoc-Tarife sind da - neben dem bisweilen umständlichen Handling - schon eher ein Thema, scheint mir zum guten Teil aber ein deutsches Problem der B2B-Verrechnungspreise (Roaming) zu sein, die ja nicht diskriminierend wirken dürfen (und da ist der Ad hoc-Preis der Vergleichsmaßstab, weshalb ein hoher hilft, dieses zu vermeiden). In DK scheint das zu funktionieren und dort ist der Haushaltsstrom nicht viel billiger als in Deutschland.
Aber man kauft seinen fahrbaren Untersatz ja häufig nicht völlig emotionsfrei. Irgendwie soll dieses rollende Gesamtkunstwerk ja auch etwas Freude bereiten, also etwas mehr als nur trocken von A nach B zu kommen. Da spielt viel mit, auch der Antrieb und bei dem geht es schnell ins Geld, war früher auch schon so, nur waren da die Leistungssprünge eher überschaubar, hörte sich halt nur nicht ganz so gequält an. Heute wird man versuchen, den 1.2 Liter Dreizylinder akustisch zu zähmen oder zu verstecken, ist ja immerhin kein Diesel mehr. Es gibt andere Exemplare, von denen möchte man vielleicht manchmal sogar etwas hören, nur nicht in jeder Fahrzeugklasse. Die Hersteller werden wissen, warum das so ist.
Es ist mit weniger Aufwand möglich, einen E-Motor kurzzeitig zu überlasten (ok, der Begriff mag irreführend sein) und so bekomme ich ohne Radau ein früh anliegendes, i.d.R. hohes Drehmoment und ggf. auch viel Leistung, letztere aber zeitlich begrenzt, sonst wirds schnell zu warm im Antrieb (und in der Energieversorgung auch). Aber so oft und so lange fordert man das im öffentlichen Straßenverkehr auch nicht ab. Kleinere Antriebe ohne diese beeindruckenden Werte mögen einen zwar vergleichsweise etwas schwereren, aber kompakten Wagen natürlich auch antreiben, deren Rekuperationsleistung ist aber möglicherweise dann auch geringer und preislich wird das so viel nicht sparen.
Sehr zurückhaltend wäre ich mit der Einschätzung der langfristig zu erwartenden Wartungs- und Reparaturkosten. Mit voller Garantie über kurze Leasingszyklen mag das ja angehen, danach wird es spannend. Ich hatte noch nie ein Auto über einen längeren Zeitraum, bei dem wenig oder gar keine Defekte anfielen und die dann auch noch mit niedrigen Wartungskosten auffielen. Bei den Wartungskosten gibt es zwar deutliche regionale Unterschiede, die kann man aber nicht unbedingt nutzen und manchmal wird man das Gefühl nicht los, dass Werkstätten beim E-Auto Ersatztätigkeiten für hier entfallende Arbeiten suchen, was verwundert, wenn man doch ewig auf Termine warten soll. Beim Fahrzeug selbst mag die Komplexität von Softwarearchitekturen für Überraschungen sorgen und ansonsten gibt es im E-Auto viele neue / andere „Geräte“, die für Probleme sorgen können und werden, denn für die Ewigkeit baut schon länger keiner mehr was ins Auto.
Gruß
K.R.